Freitag 26. Juni 2026

Schnellsuche auf der Website

18.05.2018

Der Maturant, der im Unterricht gläubig wurde

Glauben und Kirche spielen eine wichtige Rolle in Elias Leben. Das wäre nicht so, wenn es seinen Religionslehrer nicht gegeben hätte.

 

"Ich fühle mich heute mit Gott mehr verbunden als noch vor kurzem“, sagt Elias. „Egal ob in der Schule, zuhause oder in der Kirche, bin ich ihm mittlerweile nahe.“ ­Der 19-Jährige besucht das Gymnasium der Schul­schwestern in der Friesgasse im 15. Bezirk in Wien. NOCH, wie er betont – denn in diesem Monat maturiert er.


Die Wurzeln für seine Beziehung zur Kirche und zu Gott wurden in der Kindheit vom eigenen Vater angelegt. Mit ihm mini­strierte er etwa gemeinsam in der Franziskaner­kirche in Wien. Außerdem betete der Vater immer wieder mit ihm, erinnert sich Elias. Getauft wurde er untypischerweise nicht als Baby, sondern erst im fortgeschrittenen Kindergarten­alter.

 

Elias: „Ich habe daher meine Taufe ganz bewusst miterlebt.“ Zum Beispiel erinnert er sich noch genau an das Taufkleid, das er anhatte und wie ihn der Pfarrer in der Kirche trug. Wäre es nach seiner damals nicht religiösen Mutter gegangen, wäre Elias gar nicht erst getauft worden.

 

Ein Religionslehrer hat seinen Glauben wieder entfacht

Genauso wie viele andere Jugendliche hatte auch Elias als Teenager starke Zweifel am Glauben. Er stellte infrage, dass es Gott gibt und er wollte sich wie einige seiner Mitschüler vom Religionsunterricht in der Schule abmelden.

 

­Doch dazu kam es nie. Denn sein Religionslehrer förderte durch spannen­ den Unterricht zuerst das Interesse an Welt­religionen und letzendlich wieder am Glauben und an der katholischen Kirche. „Wegen dieses Lehrers habe ich wieder angefangen, in die heilige Messe zu gehen. Und das mache ich bis heute“, erzählt der Jugendliche.


Wenn man ihn heute auf seine Zweifel anspricht, vergleicht er es mit einer Zündflamme in einer Gas­therme, die brennt, obwohl die Therme nicht ­heizt. Elias: „Offensichtlich leuchtete eine Restflamme weiter, die jetzt wieder richtig entfacht ist.“


Mittlerweile schöpft Elias starke Kraft aus dem Glauben. So hat ihn zum Beispiel erst vor kurzem ein Bittgottesdienst in­ seiner Schule für­ ­­­­­­die angehenden ­Matu­ranten stark berührt. Dieser stand unter dem Motto „Bei Gott ist alles möglich.“ Und der Pfarrer ging in seiner Predigt auf die Sorgen der Schüler ein und verband sie mit einer Botschaft der Hoffnung. Elias: „Dieser Predigt bestärkt und motiviert mich jetzt für meine Matura.“


Religion als Maturafach?

Wenn wir schon einmal einen so gläubigen Maturanten im Interview haben, wollen wir von ihm wissen, ob er auch in Religion maturieren möchte? Seine Antwort ist: Nein. „Das hat aber rein praktische Gründe“, versichert Elias: „Denn der Lernstoff in Religion wäre etwas umfangreicher ­gewesen, als in anderen Fächern. ­Deswegen habe ich mir andere Fächer ausgesucht.“


Auch wenn er nicht in Religion maturiert, versucht Elias stattdessen missionarisch zu sein. Er versucht seiner Familie und Freunden den Glauben und vor allem das Kirchegehen näher zu bringen. Und zwar, indem er sie am Sonntag mit in die Kirche nimmt.


Darüber hinaus ist er Mitglied einer katholischen Mittelschulverbindung und betrachtet den katholischen Glauben als Fundament für ein gelebtes und gelungenes Verbindungsleben. „Der Glaube trägt die Mitglieder und fördert das Gemeinsame.“


Wann spürt er die Nähe Gottes besonders stark?

Elias: „Beim Vaterunser-Beten. Dieses Gebet gibt mir jedesmal unendlich viel Kraft.“