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12.05.2018

Eine biblische Liebeserklärung an alle Mütter

Welche Rolle spielen Mütter in der Bibel und wie geht man mit Müttern am besten um?

 

Auf diesem biblischen Streifzug wenden wir uns an Elisabeth Birnbaum, Direktorin des Katholischen Bibelwerks in Österreich. So wie wir alle, kennt sie natürlich das vierte Gebot, das uns anweist „Vater und Mutter zu ehren“.

 

Birnbaum: „Dieses alttestamentliche Gebot greift auch Jesus selbst im Neuen Testament auf und warnt vor Spitzfindigkeiten, die den Sinn des Gebots aushöhlen (Markusevangelium 7,11f.).“


Doch auch über dieses Gebot hinaus, ist die zentrale Bedeutung von Müttern an weiteren Stellen biblisch begründet.

 

Die Bibel liefert zudem Handlungsanweisungen im Umgang mit Müttern: „Im Buch der Sprichwörter wird dem jungen Mann gleich zu Beginn und auch dann noch öfter geboten, auf die Worte der Mutter zu achten: 1,8-9: ,Höre, mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters und die Unterweisung deiner Mutter verwirf nicht! Sie sind ein schöner Kranz auf deinem Haupt und eine Kette für deinen Hals.’

 

Die Mutter hat also dieselbe Autorität in Fragen der Weisheit wie der Vater“, erklärt Birnbaum.

 

Hat sich das Mutterbild im Laufe der biblischen Geschichte gewandelt?

Bibelexpertin Elisabeth Birnbaum: „Verändert hat sich das Bild der Mutter innerhalb der Bibel nicht erkennbar. Jesus radikalisiert die Mutterbeziehung aber insofern, dass er die Glaubensfamilie über die echte Familie stellt.“

 

Ist das biblische Mutterbild heute überhaupt noch relevant?
Birnbaum: „Das Mutterbild in der Bibel ist - genauso wie heute - ein sehr vielfältiges: Es gibt im hohen Alter Gebärende, es gibt Mütter, die für ihr Kind Schande riskieren (wie Maria), Mütter, die ihr Kind in der Not aussetzen oder lieber einer anderen geben, als es tot zu sehen (wie Moses Mutter).

 

Es gibt Mütter, die ihr Kind in Leid und Tod begleiten (wie Maria) oder falsche Mütter, die das Kind einer anderen für sich beanspruchen.

 

Auch hier gilt wie so oft: Der Bibel ist kaum etwas Menschliches fremd. Was heute nicht mehr so gesehen wird, ist, dass Unfruchtbarkeit eine Schande ist, wie es in vielen biblischen Texten thematisiert wird.“