Franziskus drängt die Christen zum Gebet für den Frieden im Nahen Osten. Bei seiner Generalaudienz am Mittwoch, 2. Mai 2018 begrüßte er eine Gruppe der polnischen Caritas, die von einigen jungen Leuten aus Syrien begleitet war. "Sie sind mit einem ganz besonderen Bus nach Rom gekommen: der mobilen Jugend-Botschaft der Caritas. Und sie starten eine Kampagne, um die Gesellschaft für die Probleme der Armen zu sensibilisieren. Dabei geht es auch um Hilfe für die Opfer der Verfolgungen in Syrien."
Konkret sind damit vor allem Christen in Syrien gemeint, die von Islamisten, etwa der Terrorgruppe "Islamischer Staat", verfolgt, vertrieben, getötet werden. "Das spirituelle Zeichen des Projekts 'Bus Young Caritas' wird eine Pilgerfahrt des Bildes Unserer Lieben Frau von Aleppo sein. Betet um den Frieden in der Welt, speziell für den Nahen Osten und für Syrien!", so der Appell des Papstes.
Um Frieden in Syrien hatte der Papst bereits am Dienstag gebetet, bei einem Besuch im römischen Marienwallfahrtsort Divino Amore. Mit einem Rosenkranzgebet hatte er gleichzeitig den Marienmonat Mai eröffnet. Vor dem Besuch in dem Wallfahrtsort rief Franziskus in einem Tweet zu einem Gebetsmonat für den Frieden in Syrien und der ganzen Welt auf.
In seiner Audienzkatechese ging der Papst auf den Abbruch der Brücken zum Bösen durch die Nachfolge Jesu ein. Christen könnten sich nicht mit Gott und dem Teufel gleichermaßen gut stellen, das Christsein erfordere, mit der Taufe bestimmte Bindungen zu lösen, um andere einzugehen, sagte das Kirchenoberhaupt auf dem Petersplatz. Das schließe ein, "Brücken abzureißen, sie hinter sich zu lassen, um den neuen Weg einzuschlagen, der Christus ist", sagte der Papst. Bei der Christusnachfolge könne man keine Bedingungen stellen.
Franziskus verwies auf die rituelle Absage an den Satan, die in der Taufliturgie dem Glaubensbekenntnis voraufgeht. Beide Handlungen seien eng verbunden. "In dem Maß, in dem ich Nein sage zu den Verlockungen des Satans, der spaltet, kann ich Ja sagen zu Gott, der mich ruft, mich ihm anzunähern im Denken und in den Werken", sagte der Papst. "Der Teufel spaltet, Gott vereint immer", fügte er hinzu. Thema der Generalaudienz mit Zehntausenden Pilgern und Besuchern war der Ritus des Taufsakraments.