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26.04.2018

Ausreiseverbot für Alfie Evans endgültig

Berufungsgericht bestätigt Verfügung, wonach todkrankes britisches Kleinkind nicht von Liverpool nach Rom gebracht werden darf.

Keine Ausreise für Alfie Evans: Ein englisches Berufungsgericht hat erneut bestätigt, dass das todkranke Kleinkind nicht von Liverpool nach Rom ausreisen darf, wie britische Medien am späten Mittwochabend, 25, April 2018, berichteten. Alle juristischen Mittel sind damit ausgeschöpft. Nach der italienischen Regierung verwandten sich auch Polens Staatspräsident Andrzej Duda und die katholische US-Bischofskonferenz am Mittwoch vergeblich für den knapp zwei Jahre alten Buben.

 

Unser Herz ist gebrochen

Liverpools katholischer Erzbischof Malcolm McMahon habe Papst Franziskus mitgeteilt, den Katholiken seiner Diözese sei angesichts des Falls "das Herz gebrochen", berichtete die britische Zeitschrift "The Tablet" in ihrer Online-Ausgabe. McMahon hatte am Mittwoch an der Generalaudienz des Papstes im Vatikan teilgenommen und nach eigenen Angaben auch kurz mit Franziskus über Alfie Evans gesprochen.

 

Gegenüber "The Tablet" verteidigte der Erzbischof aber auch erneut die Ärzte und Pfleger des Liverpooler Alder-Hey-Kinderspitals. Diese hätten "wirklich alles Menschenmögliche" getan, um dem Jungen zu helfen, so McMahon. Er sei sich des Mitgefühls bewusst, das gerade die Menschen in Italien Alfi entgegenbringen, sagte der Erzbischof in Rom. Er wisse gleichzeitig, so McMahon wörtlich, "dass unsere medizinischen und rechtlichen Systeme im Vereinigten Königreich auch auf Mitgefühl und dem Schutz der individuellen Rechte eines Kindes beruhen".

 

Intensivmedizinische Behandlung gegen den Willen der Eltern abgebrochen

Das Schicksal von Alfie und seinen Eltern bewegt seit Wochen die Öffentlichkeit. Das Kind leidet an einem massiven Abbau des Nervensystems und wurde über Monate in der Klinik in Liverpool künstlich beatmet. Da Ärzte weder eine genaue Diagnose noch eine Therapiemöglichkeit für die Erkrankung von Alfie fanden, hatten Richter vergangene Woche verfügt, dass die intensivmedizinische Behandlung abgebrochen werden soll, auch gegen den Willen der Eltern, die eine Verlegung ihres Sohnes in die vatikanische Kinderklinik Bambino Gesu anstreben.

 

Bambino-Gesu-Leiterin Mariella Enoc war zuletzt selbst nach England gereist. Sie betonte wiederholt, ein Team stehe bereit, um den Jungen mit dem Flugzeug nach Italien zu bringen. Allerdings gehe dies nur mit einem "diplomatischen Okay".

 

Papst Franziskus hatte zuletzt via Twitter appelliert, es möge "auf das Leiden seiner Eltern und ihre Bitte gehört" werden, "neue Möglichkeiten der Behandlung zu versuchen".

 

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Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, nannte die Gerichtsurteile schwer verständlich. Es sei "unglaublich", dass Gesetze zu einer so "unmenschlichen" Konsequenz führen könnten.

 

Vor dem Liverpooler Kinderkrankenhaus protestieren Menschen rund um die Uhr. Weltweit fordern über die Sozialen Netzwerke Hunderttausende Alfies Ausreise.