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24.04.2018

Papstklinik will britisches Kind Alfie Evans nach Rom ausfliegen

Papst Franziskus appelliert öffentlich, die Behandlung des todkranken Buben fortzusetzen.

Ein Team stehe bereit, um den knapp zwei Jahre alten Buben, der an einem Abbau des Nervensystems leidet, aus Liverpool nach Rom zu verlegen, teilte das römische Krankenhaus am Dienstag, 24. April 2018 mit. Italiens Verteidigungsministerin Roberta Pinotti stelle ein Flugzeug bereit. Es gehe jetzt um Minuten, sagte die Leiterin des Bambino Gesu, Mariella Enoc. Sie habe mit dem italienischen Botschafter in Großbritannien die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens erörtert.

Italien hatte dem Buben in einem überraschenden Schritt am Montag die Staatsbürgerschaft gewährt, um eine Verlegung in eine italienische Fachklinik zu erleichtern. Da Ärzte keine Heilungschancen für das Kind sehen, hatte das Oberste Gericht des Vereinigten Königreichs am Freitag verfügt, dass auch gegen den Willen der Eltern die intensivmedizinische Behandlung abgebrochen werden muss.

Das Beatmungsgerät wurde am Montagabend entfernt. Das Kind atmete jedoch selbstständig weiter. Laut Beiträgen in sozialen Medien unterstützten die Eltern es die Nacht über teilweise mit Mund-zu-Mund-Beatmung. Dienstagfrüh erhielt der Bub wieder künstliche Sauerstoffzufuhr.

Papst Franziskus appellierte am Montagabend in einem Tweet, die Behandlung fortzusetzen: "Von den Gebeten und der großen Solidarität für den kleinen Alfie Evans bewegt erneuere ich meine Bitte, dass auf das Leiden seiner Eltern gehört wird und ihre Bitte, neue Möglichkeiten der Behandlung zu versuchen, erfüllt wird", schrieb Franziskus.

 

Drama um todkrankes Kleinkind Alfie Evans geht weiter

Im Fall des todkranken Kleinkindes Alfie Evans wollen die Eltern des knapp zwei Jahre alten Buben erneut vor Gericht ziehen. Wie der britische Sender BBC unter Verweis auf den Anwalt der Familie meldet, ist am Mittwochnachmittag, 25. April eine Anhörung vor einem Berufungsgericht geplant. Am Dienstagabend hatte das Oberste Gericht von England und Wales einen erneuten Antrag der Eltern abgelehnt, ihren Sohn zur weiteren medizinischen Behandlung in die vatikanische Kinderklinik Bambino Gesu auszufliegen. "Das ist das letzte Kapitel im Leben dieses außergewöhnlichen kleinen Jungen", zitiert die BBC den zuständigen Richter Anthony Hayden.

 

Das Schicksal von Alfie Evans und seinen Eltern bewegt seit Wochen die Öffentlichkeit. Der Bub leidet an einem Abbau des Nervensystems und wurde über Monate in der Alder-Hey-Kinderlinik in Liverpool künstlich beatmet. Da Ärzte weder eine genaue Diagnose noch eine Therapiemöglichkeit für die Erkrankung von Alfie fanden, hatten Richter bereits am Freitag verfügt, dass auch gegen den Willen der Eltern die intensivmedizinische Behandlung abgebrochen werden soll.

 

Bambino-Gesu-Leiterin Mariella Enoc betonte dagegen noch am Dienstag, ein Team der vatikanischen Kinderklinik stehe bereit, um den Jungen mit dem Flugzeug nach Italien zu bringen. Allerdings gehe dies nur, wenn es ein "diplomatisches Okay" gebe. Zuvor hatte Italiens Innenminister Marco Minniti Alfie zum italienischen Staatsbürger erklärt.