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18.04.2018

Kardinal Schönborn, Philosoph Liessmann und Mediziner Lütz diskutieren über EU und Christentum

Podiumsgespräch im Wiener Kardinal-König-Haus.

Taugt das Christentum noch als geistiges Fundament Europas oder bleibt nur der Euro und der Binnenmarkt? Diese Frage steht im Zentrum eines prominent besetzten Podiumsgesprächs, das am Donnerstag, 26. April 2018, um 19 Uhr in der Konzilsgedächtniskirche des Wiener Kardinal-König-Hauses stattfindet. Kardinal Christoph Schönborn diskutiert dabei mit dem Philosophen Konrad Paul Liessmann und dem Autor Manfred Lütz, der in seinem jüngsten Buch "Der Skandal der Skandale - Die geheime Geschichte des Christentums" gängige Vorurteile gegenüber der Geschichte des Christentums auf dem heutigen Stand der Wissenschaft überprüft hat.

 

Das christliche Menschenbild, christliche Werte oder gar das christliche Abendland werde heute von vielen Seiten wie beschwörend ins Spiel gebracht, heißt es in der Einladung zur Diskussion und Buchvorstellung. "Linke und Rechte, aber auch die politische Mitte werden feierlich, wenn es um das Christentum geht. Zugleich aber verbindet die Öffentlichkeit das Christentum mit Kreuzzügen, Hexenverfolgung und Inquisition oder aus jüngerer Zeit mit Missbrauchsskandalen."

 

Bei wirklicher Kenntnis des Christentums gehe es nicht an, zugleich das christliche Abendland hochleben zu lassen und gleichzeitig "Deutschland, Deutschland über alles" zu brüllen, sagte Erfolgsautor Lütz im Vorfeld gegenüber Medien. Mit dem Glauben an den einen Gott, der alle Völker geschaffen habe, habe das Christentum "die Internationalität erfunden". Sein bei Herder erschienenes Buch verfasste der Psychiater und Theologe gemeinsam mit dem renommierten Münsteraner Kirchenhistoriker Arnold Angenendt. Anliegen war es, mit gut lesbar aufbereiteten wissenschaftlichen Darlegungen fälschliche Darstellungen der sogenannten Skandale der Kirchengeschichte entgegenzutreten.

 

Bereits am Dienstag, 17. April, stellt Lütz sein Werk um 19 Uhr im Grazer Haus der Begegnung auf Einladung der Katholischen Hochschulgemeinde vor. An der anschließenden Diskussion nehmen auch der Religionsphilosoph Anton Grabner-Haider und Karl Mittlinger vom Katholischen Bildungswerk teil.

 

Eintritt zur Diskussion im Kardinal-König-Haus: 15 Euro; Anmeldung unter anmeldung@kardinal-koenig-haus.at und Tel. 01- 804.75.93-649