Mittwoch 10. Juni 2026

Schnellsuche auf der Website

10.04.2018

Kirchliche Nikolausstiftung gegen Sparen bei Kinderbetreuung

Für 2019 bisher nur Bagatellbetrag für Ausbau der Kinderbetreuung budgetiert.

Kritik an der bisher äußerst zurückhaltenden Budgetpolitik der Regierung im Bereich des Ausbaus der Kinderbetreuung hat die kirchliche St. Nikolausstiftung - der Träger vieler Kindergärten und Horte in Wien - geübt. Laut Regierungsprogramm sollen die Kinderbetreuungsangebote "weiter flächendeckend ausgebaut werden"; im jüngst präsentierten Bundesvoranschlag finden sich dazu zwar für 2018 52,5 Millionen Euro, für 2019 aber nur 1.000 Euro budgetiert. Dazu die St. Nikolausstiftung der Erzdiözese Wien am Dienstag, 10. April 2018: "Jegliche Kürzung im Bereich der Elementarpädagogik geht auf Kosten der Kinder und ihrer erfolgreichen Bildungslaufbahn."

 

Laut "Austria Presse Agentur" (APA) hat das Familienministerium dazu versichert, dass es "zeitgerecht" mit den Bundesländern Verhandlungen über eine weitere Unterstützung geben wird - offen ist, in welcher Höhe. Kindergärten sind nämlich Ländersache, der Bund leistet aber seit Jahren über mehrere sogenannte 15a-Vereinbarungen Zuschüsse: Das Gratis-Kindergartenjahr wird vom Bund mit 70 Millionen Euro pro Jahr unterstützt, die sprachliche Frühförderung mit 20 Millionen und der Kindergartenausbau mit 52,5 Millionen Euro. Diese Vereinbarungen laufen am Ende des aktuellen Kindergartenjahres bzw. mit Ende 2018 aus.

 

"Allerdings sind die Vertragsparteien übereingekommen, über die Fortführung der Kostenbeteiligung des Bundes für den weiteren Ausbau der Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen und die Ausweitung des kostenlosen und verpflichtenden Kindergartenbesuchs bis längstens 31. August 2018 eine Einigung anzustreben", zitierte die APA sowohl aus dem Budgetbericht 2018/2019 als auch aus dem Strategiebericht 2018-2022.

 

Einsparungen wären "fataler Fehler"

Die St. Nikolausstiftung warnt aber bereits jetzt vor möglichen Einsparungen im Bereich der Elementarpädagogik, die "ein fataler Fehler" wären und "auf Kosten der Schwächsten in unserer Gesellschaft: der Kinder" gingen. Frühkindliche außerfamiliäre Bildung und Betreuung wirkten sich sowohl kurzfristig als auch langfristig positiv auf die Entwicklung eines Kindes und somit auch auf die Gesellschaft aus, berief sich Geschäftsführer Elmar Walter auf zahlreiche Studien. Er sei "irritiert und verwundert" von den bisherigen Regierungsplänen.

 

Der Bund müsse Verantwortung für den Kindergarten übernehmen und einheitliche, entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, damit alle Kinder die gleichen Voraussetzungen für ihre Bildungslaufbahn haben, forderte die St. Nikolausstiftung. Dazu gehörten auch der flächendeckende Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen, die Finanzierung eines zweiten Gratiskindergartenjahres sowie einheitlich hohe Qualitätsstandards in ganz Österreich. 

 

Das geplante Null-Defizit der Regierung sieht die St. Nikolausstiftung durch diese schon viele Jahre geforderten Maßnahmen nicht gefährdet: "Die Zukunft der Kinder schon."