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03.04.2018

Erzbischof Jurkovic: Martin Luther King war einer der ganz Großen

"Monumentale Persönlichkeit in der Geschichte der Menschenrechte".

Der Vatikandiplomat Erzbischof Ivan Jurkovic hat Martin Luther King als eine "monumentale Persönlichkeit in der Geschichte der Menschenrechte" gewürdigt. Der am 4. April 1968 ermordete US-amerikanische Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer werde sicher als einer der Großen des 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen, sagte Jurkovic. Der Diplomat und Erzbischof, er ist Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, äußerte sich anlässlich des 50. Jahrestages der Ermordung Kings im Informationsdienst "Vatican News" am Dienstag, 3. April 2018.

Jurkovic sah Ähnlichkeiten zwischen Martin Luther King und Papst Franziskus. Beide seien Christen, stünden aber auch für eine nicht traditionell westlich-europäische Kultur. Zudem seien beide fest von den Prinzipien der Gewaltlosigkeit und universaler Brüderlichkeit überzeugt. Demnach gebe es Frieden nur, wenn niemand ausgeschlossen werde.

Um angesichts von wachsendem Rassismus und Diskriminierungen Kings Erbe zu bewahren, brauche es neben der beharrlichen Arbeit in Gremien wie der UNO vor allem überzeugende Persönlichkeiten, die für Menschenrechte eintreten. "Die großen Themen der Menschheit müssen von großen Persönlichkeiten verteidigt werden," sagte Jurkovic. Nur so würden sie sichtbar.

 

"Ich habe einen Traum"

Martin Luther King (1929-1968) prangerte unerschrocken die jahrhundertelange Ungleichbehandlung und Unterdrückung von afroamerikanischen Mitbürgern an und kämpfte mit gewaltlosen Mitteln für soziale Gleichheit und Anerkennung. Am 4. April 1968 wurde der bekannteste Protagonist der US-Bürgerrechtsbewegung und Friedensnobelpreisträger 39-jährig in Memphis von einem Berufskiller erschossen.

King musste wohl sterben, weil er wie kaum jemand vor ihm die Schwarzen mobilisierte. Und nicht nur sie. So marschierten im August 1963 rund 250.000 Bürger, schwarze wie weiße, Seite an Seite beim "Marsch auf Washington". Sie hatten kein geringeres Ziel als die Gleichberechtigung der Schwarzen im Visier. 100 Jahre, nachdem der damalige US-Präsident Abraham Lincoln die Emanzipationsproklamation unterzeichnet hatte, ergriff der Prediger und Bürgerrechtler bei der Demonstration das Wort - und mit seiner berühmten Rede "Ich habe einen Traum" ("I have a dream") die Massen.

Schon vor seiner denkwürdigen Ansprache stieß Kings Engagement auf teils erbitterten Widerstand. Der hochgerüsteten Weltmacht USA führte er die Macht der Gewaltlosigkeit vor Augen. Inspiriert von Mahatma Gandhi ermutigte King die Schwarzen zu friedlichem und würdevollem Protest für mehr Rechte. Mehr als 30 Mal ging der Baptistenpfarrer für seine Überzeugung ins Gefängnis.

Im April 1968 kam King nach Memphis, um dort streikende Arbeiter zu unterstützen. Seine Mitstreiter bemerkten einen fast fatalistischen Zug an dem Pfarrer, als er am 3. April eine Predigt hielt, die wie ein Fazit, wie ein Abschied klingt: "I have been to the mountaintop"; er sei auf dem Berggipfel gewesen, erklärte King. Es war seine letzte Rede. Am nächsten Tag traf ihn auf dem Balkon des "Lorraine Motel" die Kugel eines Scharfschützen.