Die Sanierung und der Ausbau des Österreichischen Hospizes in Jerusalem sind nun gesichert. Nach der katholischen Kirche, privaten Spendern und den Bundesländern hat auch die Bundesregierung am Freitag, 30. März 2018 eine Förderzusage in Höhe von 675.000 Euro gegeben, sodass die Arbeiten am Hospiz nun finanziert sind.
Seit dem 19. Jahrhundert ist das Österreichische Hospiz eine Anlaufstelle für Pilger und Besucher im Heiligen Land. Pro Jahr kann das Hospiz rund 80.000 Gäste begrüßen. Darüber hinaus finden hier zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, sodass das christliche Haus mit jüdischen Nachbarn im muslimischen Teil der Altstadt von Jerusalem eine wichtige Rolle bei der friedlichen Begegnung der Religionen einnimmt.
Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte am Freitag, 30. März dazu: „Das Hospiz Jerusalem ist seit über 150 Jahren ein wichtiger Botschafter unseres Landes im Nahen Osten. Das Hospiz ist Gastgeber und Brückenbauer zugleich sowie das Aushängeschild des christlichen Österreich im Heiligen Land. Diese Rolle wollen wir in Zukunft noch stärker einnehmen, daher unterstützen wir das Engagement der österreichischen katholischen Kirche in Jerusalem.“
Kardinal Christoph Schönborn, als Erzbischof von Wien traditionell der Protektor des Hospizes bedankte sich umgehend: „Ich bin froh und dankbar, dass nach den Bundesländern nun auch die Bundesregierung Hilfe für das Österreichische Hospiz in Jerusalem zugesagt hat. Damit wird ein Stück Österreich im Heiligen Land gesichert, das auch für die Beziehungen zwischen Juden, Muslimen und Christen großen Wert hat.“
Schon in seiner Finanzierungsbitte an die Bundesländer und die Bundesregierung hatte der Kardinal darauf hingewiesen, dass das Hospiz für viele Österreicher ein Stück Heimat im Heiligen Land geworden ist und von vielen anderen als wichtiger Botschafter Österreichs im Nahen Osten angesehen wird. Eine Förderung für „unser Haus in Jerusalem“, das für Menschen jeglicher Herkunft und Religion offenstehe, würde daher ein „Stück österreichischer Geschichte und Kultur in Jerusalem erhalten und ausbauen“.
Nachdem 2003 ein Teil der nördlichen Außenmauer des Hospizes eingestürzt war, hat die Stadtverwaltung eine Sanierung angeordnet. Die Leitung des Hospizes hat aus der Not eine Tugend gemacht und im Rahmen dieser Sanierung einen neuen Trakt an der Nordmauer geplant, um der Raumnot Herr zu werden. Dieser neue Trakt – die „Casa Austria“ – sieht zu den bestehenden 32 Gästezimmern zwölf weitere vor, sowie einen Lagerraum, eine Wäscherei, einen Schutzraum, eine Werkstatt und ein Archiv , das die Erinnerungsstücke und Dokumente aus 160 Jahren Hospizgeschichte aufnehmen soll. Nach langwierigen Behördenverfahren wurde 2016 mit dem Bau begonnen. Die Fertigstellung ist für Herbst 2018 projektiert.
Zur Finanzierung der Baukosten hat das Hospiz selber 800.000 Euro aufgebracht, 1,35 Mill. Euro steuern die Diözesen der katholischen Kirche in Österreich bei. Von den Bundesländern gibt es eine Förderzusage in Höhe von insgesamt 675.000 Euro, dieselbe Summe wurde nun von der Bundesregierung zugesagt.