
zum Evangelium zum 5. Sonntag im Jahreskreis (Johannes 12, 20-33)
„Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein… im Tod ist das Leben“ – ist ein gerne gesungenes Lied.
Sieht man etwas näher hin, sind diese Worte eine sehr, sehr harte Kost – selbst dann, wenn die Auferstehung (hier Verherrlichung) bereits durchscheint.
Der Tod Jesu (und letztlich jeder Tod) ist schrecklich. Seine Brutalität lässt zuerst einmal jedes Wort auf den Lippen ersterben. Trotzdem nimmt Jesus den Tod als Dienst (diakonia) an den Menschen auf sich. Die Jünger und Jüngerinnen sollen ihn darin nachahmen.
Als ich unlängst eine Bekannte fragte, ob ich eine Aufgabe übernehmen soll, sagte sie: „Wenn's dir Spaß macht, tu es.“ Man hört das nicht selten. Doch kann Spaß der letzte Grund für das, was wir tun, sein?
Die Idee, dass es gilt, eigene Interessen auch einmal für andere zurückzustellen, ist eindeutig aus der Mode gekommen, ja sogar suspekt. Doch das Evangelium spricht davon, dass der Dienst am Nächsten ganz wesentlich zur Nachfolge Jesu gehört.
Ohne Selbstaufgabe und Duckmäusertum zu dienen, ist eine Kunst, die eingeübt sein will.
Dienen fordert vor allem Mut, d. h. die Bereitschaft um eines hohen Zieles willen, Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen. Wie das im Alltag gehen kann, ohne sich ausnützen zu lassen, darüber sollten wir in der Kirche ins Gespräch miteinander kommen.
Denn: Jede menschenwürdige Gesellschaft braucht die Bereitschaft zum Dienen (diakonia). Und: Die Herrlichkeit der Auferstehung ist der Lohn für diesen Weg, den Jesus bis zum Kreuz geht.
nach Johannes 12, 20-33
In jener Zeit traten einige Griechen, die beim Osterfest in Jerusalem Gott anbeten wollten, an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen.
Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus.
Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird.
Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht auf die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.
Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.
Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.
Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen.
Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen.
Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet.
Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch.
Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden.
Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.
Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.