Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel wechselt Ende August von der Spitze des Pastoralamts der Erzdiözese Wien in die Diözese St. Pölten: als theologische Referentin in der Caritas und in die direkte Seelsorgearbeit mit Demenzkranken.
Bevor sie vom Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn 2011 zur Pastoralamtsleiterin bestellt wurde, war Prüller-Jagenteufel, neben ihrer Tätigkeit als Chefredakteurin der theologischen Zeitschrift „Diakonia“, im Rahmen der Caritas Socialis Seelsorgerin für Demenzkranke und arbeitete in einem mobilen Palliativ-Team mit. In diesen Bereich kehrt die gebürtige St. Pöltnerin nun wieder zurück und wird Seelsorgerin im Caritas-Pflegewohnhaus St. Elisabeth in St. Pölten. Gleichzeitig wird sie die neugeschaffene Stelle als Referentin für die theologische Wertearbeit innerhalb der Caritas St. Pölten übernehmen und dort auch in der seelsorglichen und theologischen Begleitung mitarbeiten.
Das Pastoralamt in der Erzdiözese Wien hat die Aufgabe, die Seelsorge vor Ort zu unterstützen, vor allem in den 633 zur Erzdiözese gehörenden Pfarren in Wien und dem östlichen Niederösterreich. Unter der Leitung von Veronika Prüller-Jagenteufel ist diese Arbeit mehrfach ausgeweitet worden.
So wurde das Pastoralamt eine der tragenden Säulen des im Herbst 2011 begonnenen diözesanen Erneuerungsprozess „Apg 2.1“, der die missionarische Grundausrichtung der katholischen Pfarrgemeinden und die Eigenverantwortung aller Gläubigen stärken soll. Durch die weitgehende Reduktion von Pfarrgrenzen werden größere Aktionsräume geschaffen, die die Seelsorge von Verwaltungsaufgaben entlasten und neue missionarische Initiativen begünstigen sollen.
Zu diesem Zweck hat das Pastoralamt etwa das Referat Pastorale Strukturentwicklung gegründet, das die Gemeinden auf diesem Weg begleitet und unterstützt. Prüller-Jagenteufel war auch als Mitglied des Leitungsteams (mit dem Generalvikar Nikolaus Krasa und der Leiterin der Stabsstelle Apg Andrea Geiger) und der Steuerungsgruppe maßgebend an Vorbereitung und Umsetzung des diözesanen Erneuerungsprozesses beteiligt.
Erwachsenentaufen, Pfarrgemeinderatswahlen, Umstrukturierungen
Zugleich hatte das Pastoralamt unter der Leitung von Prüller-Jagenteufel auf die deutliche Zunahme des Interesses an Erwachsenentaufen zu reagieren, zwei Pfarrgemeinderatswahlen zu organisieren (2012 und 2017) und unterstützte die Strukturreform der zentralen Dienststellen der Erzdiözese: durch die Integration der davor autonom arbeitenden Referate für Berufungspastoral und für Weltanschauungsfragen. Letzteres wurde durch die Hinzunahme von Agenden im interkulturellen und interreligiösen Bereich zur Fachstelle „Kirche im Dialog“ ausgebaut.
„Ich bin Kardinal Schönborn, der mich beauftragt hat, und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diese Jahre und das Geleistete sehr dankbar“, so Prüller-Jagenteufel. „Dass die Diözesanreform jetzt gut auf Schiene ist und ein hervorragendes Team im Pastoralamt arbeitet, gibt mir mit 52 Jahren noch einmal die Möglichkeit, ohne schlechtes Gewissen eine neue Herausforderung im Berufsleben anzunehmen – und örtlich und in der Tätigkeit an meine Ursprünge zurückzukehren. Die praktische Seelsorge mit alten und dementen Menschen ist mir in den vergangenen Jahren sehr ans Herz gewachsen, und ich freue mich, mich wieder dieser Arbeit ganz widmen zu können.“
Kardinal Christoph Schönborn dazu: „Ich bedauere den Abschied von Veronika Prüller-Jagenteufel sehr. Ihre große pastoraltheologische Kompetenz hat unsere Zusammenarbeit, speziell auch in Fragen des diözesanen Entwicklungsprozesses sehr fruchtbar gemacht. Ich denke, wir haben einander auch gut ergänzt, und ich schätze sehr das tiefe geistliche Einvernehmen, das uns über die Zeit hin immer mehr verbunden hat: die gemeinsame Verwurzelung im Evangelium und die persönliche Beziehung zu Christus als Mitte des pastoralen Bemühens. Ich habe auch ihre starke soziale Komponente erlebt und finde es daher sehr schön, dass diese künftig wieder ausdrücklich zum Tragen kommt: im Dienst der Caritas an Menschen in Grenzbereichen des Lebens. So verlässt sie zwar das Pastoralamt, aber nicht die pastorale Leidenschaft.“
Generalvikar Nikolaus Krasa kommentiert den Wechsel von Prüller-Jagenteufel so: „Ich bin Veronika zutiefst dankbar, weil sie sich nie mit bequemen Lösungen zufrieden gegeben hat. Sie hat in vielen Situationen den Mut gehabt, unbequeme Positionen zu vertreten, unpopuläre Fragen zu stellen. Gerade diese Anfragen haben uns in vielen Situationen geholfen, im diözesanen Entwicklungsprozess voran zu kommen. Ich bin traurig, eine Weggefährtin in der diözesanen Zusammenarbeit zu verlieren. Ich freue mich gleichzeitig für sie, dass sie eine neue Aufgabe in einem Bereich gefunden hat, der ihr ein Herzensanliegen ist.“