Donnerstag 25. Juni 2026

Schnellsuche auf der Website

Privat
06.03.2018

Ein Botschafter des Miteinander

Wolfgang Kirnbauer erzählt er, wie ihm sein Glauben an Gott hilft, Krisen zu lösen.

 

 

Heute spielt Klosterneuburg gegen Wels“, erzählt Wolfgang Kirnbauer begeistert. „Und als Basketball-Schiedsrichter bin ich dabei“. Einmal pro Woche wechselt er in diese Rolle, beobachtet Spiel und Spieler; lässt dabei Familie, Beruf und Pfarre hinter sich.

 

Hier ist er der Fels in der Brandung, muss die Linie vorgeben und für Ruhe im Spiel sorgen, auch wenn Spieler, Coaches und Zuseher durcheinander brüllen und mitunter gegen seine Entscheidungen Sturm laufen.


Im Jahre 2012 wurde Wolfgang Kirnbauer erstmals zum stellvertretenden Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates von Wien-Starchant gewählt; im vergangenen Frühjahr ein weiteres Mal.


Seine Kindheit dagegen verbrachte Wolfgang Kirnbauer nicht in Ottakring, sondern in der Josefstadt. Er besuchte die Volksschule der Piaristen und später das Gymnasium. Als Achtjähriger ministrierte er in der Piaristenkirche, war Ministranten- und Jungschargruppenleiter sowie Firmhelfer.

 

Neben dem Basketball war sein pfarrliches Engagement dort ein „zweites Standbein“, wie er sagt. Erst Jahre später zog er in den 14. Bezirk, wo er heute lebt. Er wohnt zwar im Pfarrgebiet von Breitensee, jedoch ist er mit der Pfarre Wien-Starchant verbunden.

 

Wolfgang Kirnbauer: „Durch meinen Sohn sind wir in dieser Pfarrgemeinde gelandet.“ Mit ihm besuchten seine Frau und er hier eine Babygruppe namens Swinging Babies. Das war vor über 11 Jahren. Seither „gehören“ er und seine Familie zu Starchant.


Halt im Glauben

„Der Glaube an Gott kann viele Krisen lösen“, ist er überzeugt. „Alle Menschen brauchen etwas, das Halt gibt.“ Während die einen sich der Esoterik hingeben und andere Psychotherapeuten bezahlen, wendet Wolfgang Kirnbauer sich lieber an Priester und Pastoralassistentin und betet zu Gott.

 

Wo trifft er Gott? Er sucht und findet ihn in der Stille der Kirche. Tabernakel, Altar und das ewige Licht – sie sind für ihn die sichtbare Nähe Gottes und erleichtern es ihm, mit Gott in Kontakt zu treten.


Als Jugendlicher kamen bei ihm Zweifel an seinem Glauben auf. Wie die meisten Altersgenossen hinterfragte er seinen Glauben und weshalb er den Gottesdienst besucht. „Diese Phase dauerte fast drei Jahre“, erzählt er.

 

Pater Pius und ein Einkehrwochenende für Jugendliche holten ihn in die Pfarre zurück; steckten ihn mit ihrer Begeisterung für den Glauben wieder an.

 

Nicht raunzen

Ein christliches Leben ohne Pfarrgemeinde? Wolfgang Kirnbauer lacht. Nein, das kann er sich heute beim besten Willen nicht vorstellen. Bei der gemeinsamen Messe holt er sich die Energie für sein Leben.

 

„Das Christsein ohne Miteinander ist einfach nicht möglich“, sagt er. Das Zitat „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ - das hat schon was für sich. Er weiß auch: Er ist in seinem Glauben nicht allein, fühlt sich darin mehr denn je gefestigt.


Begeistert erzählt er von der lebendig gefeierten Liturgie in Starchant; auch von den vielen Laien, die sich – so wie er – seit Jahren engagieren. Davon lebt Kirche heute, findet er.


Auch Kinder- und Jugendgruppen bereichern heute das Pfarrleben von Starchant – Wolfgang Kirnbauer leitet hier die Ministrantengruppe. Darauf ist er stolz.

 

Sieht er sich als „Botschafter“ des Glaubens, den er explizit an Kinder und Jugendliche weitergibt? Nein, Kinder „brennen“ für Jesus.

 

„Unsere Aufgabe ist es aber, ihnen zu ermöglichen, dieses Feuer und diese Begeisterung auszuleben und nicht im Gegenteil durch schlechtes Vorbild, das im Widerspruch zu Jesu Worten steht, den Glauben zu verleiden.“ Der jetzige Papst gibt jedem Tipps, findet er. „Wir müssen bloß hinhören und tun!“


Jeder in der Gemeinde kann durch seine Handlungen „Botschafter“ sein. Wolfgang Kirnbauer: „Jammern über die Institution Kirche, aber nichts dazu beitragen, dass sie ihrem Auftrag besser gerecht wird: das geht einfach nicht!“