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13.02.2018

Kirche am Steinhof: Alle Schönheit für die Kranken

Johannes Keiblinger hat sich jahrzehntelang für die Erhaltung für die Otto Wagner-Kirche eingesetzt.

Jahrzehntelang war Paul Johannes Keiblinger als Kustos („Wächter“) der sogenannten „Otto Wagner-Kirche“ am Steinhof die Schnittstelle zwischen der Seelsorge und der Verwaltung des Otto-Wagner-Spitals.

 

Die Kirche „St. Leopold am Steinhof“, wie sie korrekt heißt, ist „die“ Kirche für die an der Psyche/Seele  erkrankten Patientinnen und Patienten.

 

„In diesem Jugendstil-Juwel gibt es fast keine Leid-Motive, außer das Kreuz mit Christus, sondern nur Weg-Motive“, erläutert Keiblinger: „Der Weg führt vom Eingang hin zu Christus. Auf dem Weg dorthin begleiten uns Heilige, keine Entrückten, sondern Menschen wie du und ich.“


Keiblinger hat 1982 als ehrenamtlicher Mesner in der Otto Wagner-Kirche begonnen. 1983, also vor 35 Jahren, begann er mit den Führungen.  Ab 1977 arbeitete er auf der sogenannten Baumgartner Höhe in der Verwaltung, von 1988 bis 2000 war er Verwaltungsdirektor, und dann bis 2010 Abteilungsleiter für Finanzen im Otto-Wagner-Spital.

 

Seit 1989 bemühte sich Keiblinger leidenschaftlich um die Renovierung dieses Jugendstil-Juwels. Denn die 1907 eröffnete Kirche war jahrzehntelang gesperrt und war vom Verfall bedroht.

 

Die Bürgermeister überzeugt

Keiblinger überzeugte die beiden Wiener Bürgermeister Helmut Zilk und Michael Häupl, dass die beiden Jugendstil-Kirchen, die der Stadt Wien gehören – die sogenannte „Lueger-Kirche“ auf dem Wiener Zentralfriedhof und die „Otto Wagner-Kirche“ – „unbedingt restauriert gehören“.

 

Von 2000 bis 2006 wurde die Otto-Wagner-Kirche dann renoviert. Keiblinger betreute jahrzehntelang die Kirche an Sonn- und Feiertagen und gestaltete Führungen für Touristen. Berühmt waren die Führungen an den Samstagnachmittagen, die er seit 1987 durchführte. Seit 2009 gibt es auch eine Sonntagführung.


Das „Geheimnis“ der Otto Wagner-Kirche beschreibt Keiblinger so: „Die Kirche befindet sich auf dem höchsten Punkt des Areals, sie ist die Krönung des Otto-Wagner-Spitals.

 

Mit ihrer goldenen Kuppel ist die gut sichtbare Kirche ein Anziehungspunkt. Die Kirche ist ein Gesamtkunstwerk. Hier treffen sich Funktionalität und Zweckmäßigkeit.“ In der Otto Wagner-Kirche gibt es „nur Glasmalerei und Mosaike, also die Materialien für die Ewigkeit“, sagt Keiblinger: „Die Materialien des Jugendstils sind Holz, Stein, Eisen und Glas.“  


„Außerdem fällt der Boden der Kirche von hinten nach vorn um 26 Zentimeter ab: Damit auch die hinten Sitzenden gut sehen können“, erzählt Keiblinger.