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10.02.2018

Weinviertelakademie: „100 Jahre Republik“

Univ.-Prof. Manfried Rauchensteiner spricht am  22. 2. in Großrußbach über das Gedenkjahr 1918-2018.

Wir hatten schon eine ganze Reihe von Gedenkjahren in Österreich, etwa 1988 – 50 Jahre Anschluss und die Folgen“, sagt Univ-Prof. Manfried Rauchensteiner zum SONNTAG. Er spricht am 22. Februar im Bildungshaus Großrußbach bei der „Weinviertelakademie“ zum Thema „Oh du mein Österreich! 100 Jahre Republik – Prägendes aus Politik und Religion“ (Beginn: 18.30 Uhr).

 

Mittlerweile sei eine neue Generation herangewachsen, die „nicht einmal mehr eine ferne Erinnerung an 1918 oder 1938“ hat. „Die Frage heuer ist: Wer wird von diesem Gedenkjahr Kenntnis nehmen, wer wird dieses Gedenkjahr als Horizonterweiterung verstehen“, sagt Rauchensteiner. Eines sei sicher: „In den vergangenen Jahrzehnten sind die Kenntnisse mehr geworden, dazu haben auch die Medien erheblich beigetragen“, davon ist er überzeugt.

 

„Denk an die Tage der Vergangenheit, lerne aus den Jahren der Geschichte“, heißt es schon im biblischen Buch Deuteronomium (32,7):

 

Worin die Notwendigkeit des Erinnerns besteht?

Rauchensteiner: „Erinnern ist ein sehr persönlicher Vorgang, es ist etwas anderes als gedenken.“ Wichtig ist das kollektive Gedächtnis, „dass man Ordnung in die Dinge bringt und dass man Erfahrungen vergangener Zeiten für die Gegenwart nutzbar macht“.

 

Ob das Darüber-Reden der wichtigste Dienst gegen das Vergessen ist?

„Reden über das, was geschehen ist, ist wichtig. Das Schreiben ist allerdings nachhaltiger“, betont Rauchensteiner: „Es kommt beim Reden wie beim Schreiben darauf an, dass es glaubhaft ist.

 

Damit sind wir in der jüngsten Gegenwart angekommen.“ Was er damit meint? „Wenn von Leuten, denen man schon etwas anderes zumindest unterstellt, Äußerungen kommen, dass etwas halt nicht so gemeint war, dann wird das häufig als nicht glaubhaft bewertet.“

 

Ob wir von den Jahren der Geschichte gelernt haben?

Rauchensteiner: „Natürlich haben wir aus der Geschichte gelernt. Aber es wird nicht verhindert werden können, dass wir andere, neue oder ähnliche Fehler begehen, sonst leben wir schon längst im Paradies. Insofern ist das Lernen aus der Geschichte eine Art Dauerauftrag, indem wir bewusst versuchen, Fehler zu vermeiden.“