Papst Franziskus hat zum Gebet gegen Korruption aufgerufen: "Mit Schweigen lässt sich Korruption nicht besiegen, erheben wir unsere Stimme", sagt Franziskus in seinem Gebetsanliegen für den Monat Februar, das der Vatikan am Donnerstag, 1. Februar 2018 veröffentlichte.
"Beten wir für all diejenigen, die materielle, politische und spirituelle Macht haben, dass sie jeglicher Verlockung der Korruption widerstehen", appelliert Franziskus. Korruption befördere eine "Kultur des Todes", so das Kirchenoberhaupt in dem rund einminütigen Youtube-Video.
Der Durst der Menschen nach Geld sei Ursache vieler weiterer Übel, wie etwa Sklaverei, Arbeitslosigkeit und Missachtung der Umwelt, erklärt der Papst. Dazu werden etwa Bilder von einem Geldkoffer sowie Stränden voller Müll und zerstörten Städten eingeblendet.
Kurienkardinal Peter Turkson, der Leiter des vatikanischen Entwicklungsministeriums erklärte, Franziskus lasse durch das Gebetsanliegen gegen Korruption seinen Worten Taten folgen. Er verwies etwa darauf, dass der Papst bei seiner Reise nach Chile und Peru (15.-21. Jänner 2018) Korruption erneut verurteilt hatte.
Es gebe viele Maßnahmen gegen Bestechung, etwa Gesetze, so der Kardinal. In der heutigen Zeit hörten jedoch viele Menschen nicht auf ihr Gewissen: "Alles was ein Gewinngefühl bringt, geht. Dieses Gebetsanliegen dient dazu, uns zu erinnern, dass wir als Christen immer mit der Gnade Gottes rechnen können. Wenn wir nicht immer das Richtige tun, hilft uns die Gnade Gottes", sagte Turkson gegenüber "kathpress" am Rande der Vorstellung des Videos. Zugleich rief er dazu auf, neben dem Gebet auch durch die Erstattung von Anzeigen gegen Bestechung vorzugehen. Daneben forderte er auch eine Änderung von Statuten, etwa bei Banken, um Korruption einzudämmen.
Turksons Ministerium arbeitete erstmals mit den Produzenten des Gebetsvideos zusammen. Das Video soll am Samstag bei einem Kongress gegen Korruption in Neapel gezeigt werden. Auch im Vatikan selbst gab es bereits Veranstaltungen zum Thema Korruption: Turksons "Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen" hatte im Juni 2017 ein internationales Treffen dazu an der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften ausgerichtet.
Traditionell gibt der Vatikan jeden Monat zwei Anliegen bekannt, für die der Papst um das besondere Gebet der Kirche bittet. Seit dem vergangenen Jahr wird das zweite Anliegen in einer Videobotschaft des Papstes veröffentlicht.