Die Amazonasbischöfe haben sich vergangene Woche, im Anschluss an den historischen Papstbesuch in Puerto Maldonado im peruanischen Amazonien am 19. Jänner, zu einer Feedback-Konferenz und Vorbesprechung der Regionalsynode im Herbst 2019 getroffen. Die Tagung wurde vom Netz der Amazonas-Bischöfe (REPAM) organisiert; mit dem emeritierten Bischof von Altamira-Xingu, Erwin Kräutler, dem Erzbischof von Porto Velho und Präsidenten des Indigenenmissionsrats CIMI, Roque Paloschi, sowie Papstvertrautem und Synoden-Mitplaner Kardinal Claudio Hummes an der Spitze, wie die italienische katholische Nachrichtenagentur SIR am Montag, 29. Jänner 2018 berichtet.
Kräutler, Paloschi und Hummes hatten zuvor am Papstevent im "Coliseo Madre de Dios" in Puerto Maldonado und dem anschließenden Abendgebet mit 30.000 Gläubigen teilgenommen. Franziskus sagte im "Coliseo" vor rund 4.000 Vertretern von über 20 Völkern und Volksgruppen, Amazonien müsse vor "neuen Kolonialismen" geschützt werden. "Wehrt euch gegen kulturelle Uniformierung, hört die Weisheit der Alten", mahnte der Papst.
Im SIR-Interview zeigte sich Kräutler begeistert vom Papstbesuch in Puerto Maldonado: "Der Papst hat wirklich von den Themen gesprochen, die unsere Herzen bewegen. Indigene Völker haben eine Botschaft an die ganze Welt: die Fähigkeit der Menschen, in Harmonie mit Gott, mit anderen, aber auch mit der Umwelt zu leben." Das "Blut der indigenen Völker schreit zu Gott", so Bischof Kräutler weiter - und auf dieses Schreien gebe Gott nun mit Papst Franziskus eine Antwort: "Eine Antwort der Liebe, der Zärtlichkeit, mit einer Unterstützung für das Überleben dieser Menschen, nicht nur kulturell, sondern auch physisch."
Weiter äußerte sich Kräutler zur Amazonas-Sondersynode 2019: "Der Papst sagte mir, dass er mutige Antworten von den Bischöfen erwartet. Und ich denke, dass die Synode für den Amazonas ein geeigneter Moment sein wird, um diese mutigen Vorschläge zu präsentieren."
Auch Cristiano Morsolin, ein Experte für Menschenrechte in Lateinamerika, äußerte sich zu diesem Thema gegenüber SIR. Das Trio Kräutler, Paloschi und Hummes stehe für "drei besonders maßgebliche Stimmen des brasilianischen und lateinamerikanischen Episkopats". Sie sollten deshalb "eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung der Panamazonas-Synode übernehmen".