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23.01.2018

Erinnerungs- und Gedenkjahr 2018

Im März denken an den „Anschluss“ Österreichs vor 80 Jahren und am 12. November an den 100. Geburtstag der Republik Österreich.

 

 

In  Österreich wird 2018 als „Erinnerungs- und Gedenkjahr“ begangen. Der Fokus zahlreicher Veranstaltungen wird auf die Gründung der Republik nach Ende des Ersten Weltkriegs am 12. November 1918 sowie auf den Untergang Österreichs durch den „Anschluss“ am 11./12. März 1938 an Hitler-Deutschland gerichtet sein.

 

  • Ausrufung der Ersten Republik: 12. November 1918

Am 12. November 1918 versammelten sich mehr als hunderttausend Menschen vor dem Parlament an der Wiener Ringstraße, von wo der Präsident der konstituierenden Nationalversammlung Franz Dinghofer und Staatskanzler Karl Renner am Nachmittag die Republik proklamierten.

 

Bereits am Tag davor hatte Kaiser Karl auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften verzichtet und die Entscheidung über die zukünftige Staatsform den Österreichern überlassen.


Am 11. November 2018 wird nach mehrjährigem Vorlauf das „Haus der Geschichte Österreich“ feierlich eröffnet.

 

Es wird im Verbund mit der Österreichischen Nationalbibliothek in der Neuen Burg (Hofburg) eingerichtet und eine zeitgeschichtliche Lücke in der österreichischen Museums- und Wissenschaftslandschaft schließen.

 

Höhepunkt des Erinnerungsjahres ist der Staatsakt am 12. November, mit dem das offizielle Österreich der Errichtung der Republik vor genau hundert Jahren gedenken wird.


  • Anschluss an  Hitler-Deutschland und Novemberprogrom: 12. März und  9./10. November 1938

Am 12. März 1938 marschierten deutsche Truppen ohne Gegenwehr auf das Staatsgebiet Österreichs ein. Drei Tage später am 15. März 1938 verkündete Adolf Hitler vor über 200.000 jubelnden Menschen am Heldenplatz den „Anschluss“ Österreichs an das „Deutsche Reich“.


Am 9. November 1938 inszenierte das NS-Regime, zwei Tage nach dem tödlichen Revolver-Attentat auf den deutschen Legationssekretär Ernst von Rath in Paris durch den 17-jährigen Polen Herschel Grynspan, dessen Eltern von den Nazis deportiert worden waren, eine „spontane Racheaktion“ der Bevölkerung gegen Juden und Jüdinnen.

 

Allein in Wien brannten in der Nacht vom 9. und 10. November 1938 42 Synagogen und Bethäuser nieder.


Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird zu einer Gedenkveranstaltung am 12. März 2018 Repräsentanten aus Staat, Politik und Gesellschaft einschließlich der Kirchen und Religionen einladen.

 

Ebenfalls im Blick auf die Ereignisse der NS-Zeit im Jahr 1938 steht ein interreligiöses Gedenken an die Pogromnacht, das am 10. November 2018 stattfindet.


  • Rosenkranzfeier im Stephansdom:  7. Oktober 1938

Am 7. Oktober jährt sich zum 80. Mal die Jugendfeier zum Rosenkranzfest im Wiener Stephansdom.

 

Die Feier mit dem damaligen Wiener Erzbischof, Kardinal Theodor Innitzer, gilt als die größte Manifestation des geistigen Widerstands gegen den Nationalsozialismus im gesamten sogenannten „Großdeutschen Reich“. 

 

Rund 7.000 junge Menschen hörten am 7. Oktober 1938 die Predigt Kardinal Innitzers, die vom Eingeständnis seines Irrtums und seiner Enttäuschung über das Verhalten der Nationalsozialisten geprägt war.

 

Seine Ansprache gipfelte in den Worten: „Einer ist euer Führer, euer Führer ist Christus, wenn ihr Ihm die Treue haltet, werdet ihr niemals verloren gehen“.


Die Jugendlichen versammelten sich nach der Andacht spontan vor dem Erzbischöflichen Palais, um nachdrücklich ihre Solidarität mit Kirche und Kardinal zu bekunden. Tausende ließen Innitzer hochleben. Sprechchöre mit Rufen wie „Wir wollen unseren Bischof sehen!“ wurden angestimmt – eine „Provokation“ in den Augen der NSDAP-Funktionäre.

 

„Hitler-Jugend“ und Gestapo verhafteten von dieser Kundgebung weg Jugendliche, einige kamen später sogar ins KZ.

 

Am folgenden Tag, dem 8. Oktober, schlug das Regime dann mit voller Härte zurück. Schlägertrupps stürmten das Erzbischöfliche Palais und das Curhaus am Stephansplatz Nr. 3. Kardinal Innitzer konnte im letzten Moment in Sicherheit gebracht werden, das Palais wurde verwüstet.