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19.01.2018

Caritas, Diakonie und Bundespräsident Van der Bellen trauern um Flüchtlingshelferin Ute Bock

Landau: "Leitfigur der österreichischen Zivilgesellschaft".

Die Caritas trauert - wie viele Einrichtungen und Persönlichkeiten in Österreich - um Ute Bock. Die Flüchtlingshelferin verstarb am Freitag, 19. Jänner 2018 nach kurzer, schwerer Krankheit im 76. Lebensjahr in Wien. Caritas-Präsident Michael Landau würdigte Bock in einer Aussendung als "Leitfigur der österreichischen Zivilgesellschaft" und "Vorbild beim Einsatz für Menschen am Rande der Gesellschaft".

 

Bei allen Begegnungen mit Bock sei immer die "beeindruckende Bedingungslosigkeit ihres Einsatzes" spürbar gewesen. Der Caritas-Chef bescheinigte der Verstorbenen auch "Klarheit und Kompromisslosigkeit" im Engagement für jene, die Hilfe benötigen. "Was mich am meisten bewegt hat, war die innere Freiheit, mit der Ute Bock die Dinge getan hat", hielt Landau fest. Mit ihrem Wirken habe sie vielen Menschen Hoffnung gegeben und "gezeigt, dass wir vor schwierigen Herausforderungen nicht die Augen verschließen dürfen". Damit sei sie eine Inspiration für viele Menschen geworden "und wird das auch in Zukunft bleiben", so Landau. "Ute Bock wird fehlen. Sie fehlt schon jetzt." 

 

Bundespräsident: "Gezeigt, was Menschsein bedeuten kann"

Mit Ute Bock sei eine "große Frau von uns gegangen", die gezeigt habe, "was Menschsein bedeuten kann", würdigte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Trägerin des goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich. Mit ihrem Engagement oft rund um die Uhr habe Ute Bock Tausenden aus Notsituationen geholfen und damit vielen den Start in ein würdevolles und eigenverantwortliches Leben ermöglicht. In ihren Projekten werde ihr Engagement weiterbestehen, so Van der Bellen.

 

Auch "SOS Mitmensch" erinnerte an die Verstorbene als eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die dort geholfen habe, "wo andere und insbesondere der Staat nicht mehr helfen wollten". Sie habe "dem scharfen und immer wieder auch rassistischen politischen Gegenwind standgehalten", würdigte Sprecher Alexander Pollak. Vielen schutzbedürftigen Menschen habe sie einen Schlafplatz, eine Adresse "und vor allem Hoffnung" gegeben.

 

Die bekannte Flüchtlingshelferin verstarb am Freitag in den frühen Morgenstunden im Kreise ihrer Schützlinge im Ute-Bock-Haus in Wien-Favoriten, teilte die von ihr gegründete Initiative mit. Bis zur letzten Sekunde habe sich ihr ganzes Denken und Handeln um das Wohlergehen geflüchteter Menschen gedreht. Der Erfüllung ihres größten Wunsches, nämlich eines Tages überflüssig zu werden, sei man gerade in Zeiten wie diesen ferner denn je, hieß es: "Jetzt, da sie nicht mehr bei uns ist, gilt es die Arbeit von Frau Bock fortzuführen."

 

Mit würdigenden Worten haben am Freitag auch Diakoniedirektor Michael Chalupka und der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Michael Bünker, auf den Tod von Ute Bock reagiert. Österreich verliere "eine Frau, die immer Zivilcourage gezeigt" habe, so Chalupka in einer Aussendung. Ute Bock habe sich nicht von strategischen und taktischen Überlegungen leiten lassen, sondern unmittelbar von einem "gelebten Humanismus und einer spontanen Nächstenliebe, die allen gleich gilt, die der Hilfe bedürfen - egal woher sie kommen".

"Für die Evangelische Kirche ist das ein trauriger Moment", betonte auch Bischof Bünker. "Die Evangelische Kirche verliert ein Mitglied, das viel für dieses Land geleistet hat. In beeindruckender und kompromissloser Weise hat Ute Bock vorgelebt, was Freiheit und Verantwortung bedeuten und sich dabei immer von ihrem Herzen leiten lassen. Dadurch ist sie für viele zu einem Vorbild der Nächstenliebe und Menschlichkeit geworden. Wir sind dankbar für den Menschen Ute Bock."