Zur Achtung und Wahrung der Menschenrechte hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. in seiner Weihnachtsbotschaft aufgerufen. Die Botschaft "Christus wird geboren" ertöne leider wiederum in einer Welt, "die von Gewalt, gefährlichen Spannungen, sozialer Ungleichheit und der Missachtung der grundlegenden allgemeinen Menschenrechte erfüllt ist", so der Patriarch.
2018 jähre sich zum 70. Mal die weltweite Proklamation der allgemeinen Menschenrechte, doch nach wie vor sei die Welt von Gewalt, gefährlichen Spannungen, sozialer Ungleichheit und der Missachtung der grundlegenden allgemeinen Menschenrechte erfüllt, schreibt Bartholomaios.
Nach der furchtbaren Erfahrung und den Katastrophen des Zweiten Weltkriegs habe die Proklamation der Menschenrechte 1948 "die grundlegenden hohen Ideale propagiert, die alle Völker und alle Staaten der Erde uneingeschränkt respektieren müssen". Allerdings setze sich die Missachtung dieser Proklamation fort. Bartholomaios wörtlich: "Vielfältige Missbräuche und intendierte Missdeutungen der Menschenrechte unterminieren ihren Rang und ihre Realisierung. Weiterhin gilt, dass wir weder gegenwärtig noch zukünftig aus der Geschichte Lehren ziehen wollen." Denn: "Weder die tragischen Erfahrungen von Gewalt, noch die Schändung der menschlichen Person, noch die Bekräftigung hoher Ideale konnten die Fortsetzung von Gewaltausübung und Kriegen, den Machthunger und die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen verhindern."
Auch der technische Fortschritt, herausragende Errungenschaften der Wissenschaft oder der wirtschaftliche Fortschritt hätten soziale Gerechtigkeit und Frieden nicht herbeiführen können. Im Gegenteil: "In unserer Zeit wächst das Wohlstandsdenken der Besitzenden und zerstört die Globalisierung die Bedingungen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Friedens."
Die Kirche könne diese "Bedrohungen der menschlichen Person" aber unmöglich ignorieren, so Patriarch Bartholomaios: "Wir kämpfen für den Menschen, für den Schutz der Freiheit und der Gerechtigkeit, im Wissen darum, 'dass der wahre Friede von Gott kommt'."