"Den Weihnachtsfrieden wahren, den politischen Frieden im Wahlkampf nicht riskieren und auch sozialen Frieden langfristig sichern." Diese drei Wünsche hat Caritas-Präsident Michael Landau an die politisch Verantwortlichen in Niederösterreich gerichtet, wo am 28. Jänner 2018 Landtagswahlen stattfinden. "Wir hatten heuer einen untergriffigen Wahlkampf, und ich hoffe, dass es Niederösterreich besser machen wird", so Landau wörtlich in einem Interview für die NÖ-Ausgabe des "Kurier" am Freitag, 22. Dezember 2017.
Der Caritas-Präsident mahnte einmal mehr ein, den politischen Fokus auf Bereiche wie Arbeit, von der man leben kann, leistbaren Wohnraum, Bildungschancen für alle sowie Pflege zu legen. Entscheidend sei, "dass wir zusammenstehen und auf die Schwächsten nicht vergessen. Was wir im Blick nach vorne brauchen, ist sozialer Zusammenhalt", so Landau.
Gerade beim Thema Armut werde in Österreich viel über Statistik geredet. Dabei gehe es aber um konkrete Menschen: "Frauen, Männer und erschreckend oft Kinder." Es sei wichtig, "die Menschen hinter den Zahlen sichtbar zu machen".
Zuletzt sei viel über Sicherheit debattiert worden, und das sei auch wichtig, räumte der Caritas-Präsident ein. Aber: "Wir sollten den Begriff weiten. Mit geht's auch um soziale Sicherheitspolitik. Wir müssen auf jene schauen, denen es nicht so gut geht."
Zum Faktum, dass die Spenden für die Caritas 2017 rückläufig sind, meinte Landau: "Wo Menschen Zukunftsängste haben, dort leidet oft die Bereitschaft zum solidarischen Handeln. " Trotzdem sehe er weiterhin große Hilfsbereitschaft, etwa auch bei Katastrophen wie Hochwässern oder jüngst bei der Gas-Station Baumgarten. "Jede und jeder weiß, was er in einer kritischen Situation zu tun hat, von der Politik über die Hilfsorganisationen bis zur Bevölkerung", so Landau.