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18.12.2017

Frere Alois: Taize-Treffen will Jugend in Europa Mut machen

Basel zum Jahreswechsel Schauplatz des 40. Europäischen Taize-Treffens mit Jugendlichen aus 45 Ländern.

Zum 40. Europäischen Jugendtreffen der christlichen Gemeinschaft von Taize werden vom 28. Dezember 2017 bis Neujahr 2018 im Dreiländereck Basel rund 15.000 junge Christen aus mehr als 45 Ländern, darunter auch aus Österreich, erwartet. "Jugendliche sollen erleben, dass es in Europa Regionen gibt, in denen die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg bereits selbstverständlich geworden ist. Und dies wird weitergehen. Wir wollen dazu ermutigen, auch die positiven Entwicklungen in unserer Gesellschaft zu sehen und diese voranzutreiben", sagte der Prior der Taize-Gemeinschaft, Frere Alois, im Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur KNA.

 

Europamüdigkeit

Er beschrieb einen Zusammenhang zwischen aktueller "Europamüdigkeit" und einer "Verdunstung des Glaubens" in weiten Teilen Europas. Die Kirchen trügen die Verantwortung dafür, dass junge Menschen den Glauben "neu, tiefer und persönlicher" leben könnten. "Wer das entdeckt, der wird sich auch stärker für Europa engagieren."

Als große Herausforderung bezeichnete Frere Alois die Migration in Europa. Wichtig sei ein neues Verhältnis, "eine echte Partnerschaft" mit Afrika. Bei ihrem Engagement für Jugendliche und bei der ökumenischen "Suche nach einem Miteinander der Kirchen" erfahre die Taize-Gemeinschaft eine "starke Ermutigung" durch Papst Franziskus.

Die christliche Gemeinschaft im Burgund-Ort Taize hat sich seit ihrer Gründung in den 1940er Jahren zu einem spirituellen Zentrum für Jugendliche und Familien in ganz Europa entwickelt. Der Bruderschaft gehören inzwischen rund 100 Brüder unterschiedlicher christlicher Konfessionen an.

Seit 1978 finden neben den dauerhaft in Burgund angebotenen Begegnungen jährliche Großveranstaltungen in europäischen Städten statt. Auch Wien war bereits zwei Mal, zum Jahreswechsel 1992/93 und 1997/98, Gastgeber des Treffens.

In diesem Jahr wird das Treffen erstmals in einem Dreiländereck organisiert. Beteiligt sind christliche Gemeinden in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland. Der Vormittag beginnt für die Teilnehmer mit einem Morgengebet in der Gastgemeinde, danach folgen Begegnungen mit Menschen vor Ort. Mittags und abends kommen die Jugendlichen zum Gebet zusammen. An den Nachmittagen sprechen sie über Religion und Glauben oder ihr Engagement in den Heimatorten, in den Kirchengemeinden, in Schule, Studium oder am Arbeitsplatz. In Basel werden auch Workshops zum interreligiösen Dialog und zu Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit angeboten. Für das gemeinsame Essen und Abendgebet haben die Veranstalter zwei große Sporthallen im Basler St. Jakob Park angemietet.