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18.12.2017

Initiative "Pro Pope Francis" setzt nächsten Schritt

Initiatoren Zulehner und Halik senden Fragebogen an 64.000 Unterzeichner und Unterstützer aus.

Die Initiative "Pro Pope Francis" mit ihrem Solidarität bekundenden Offenen Brief an Franziskus "neigt sich langsam dem Ende zu". Das haben die beiden Initiatoren, der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner und der Prager Religionsphilosoph Tomas Halik, den Unterstützenden am Montag, 18. Dezember 2017 in einem Newsletter mitgeteilt. Die Namen der aktuell rund 64.000 Unterstützer und die Liste der namentlich aufscheinenden Unterzeichner mit vielen prominenten Namen würden gebündelt, eine Überreichung an den Papst "wird diplomatisch vorbereitet". Als weiterer Schritt wurde ein pastoraltheologisch ausgerichteter Fragebogen über das erforderliche Agieren der Kirche angesichts aktueller Herausforderungen angekündigt.

Die Initiative "Pro Pope Francis", die den Papst und dessen "Pastoralkultur" der Barmherzigkeit gegen innerkirchliche Kritiker verteidigen will, fand seit ihrer Gründung Mitte Oktober viel Zuspruch: Zu den Unterstützern zählen etliche prominente Namen aus Kirche, Politik und Gesellschaft, darunter die österreichischen Altbischöfe Paul Iby (Eisenstadt), Erwin Kräutler (Xingu, Brasilien) und Helmut Krätzl (Wien), die spirituellen Lehrer P. Anselm Grün und David Steindl-Rast, der Philosoph Charles Taylor, Solwodi-Gründerin Lea Ackermann, der ehemalige ungarische Staatspräsident Laszlo Solyom und der frühere deutsche Bundespräsident Christian Wulff, Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Linken-Politiker Oskar Lafontaine. Aus Österreich haben sich u.a. Ex-Vizekanzler Erhard Busek, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer sowie Beatrix Mayrhofer und Christian Haidinger als oberste Vertreter der Frauen- bzw. Männerorden dem Offenen Brief mit ihrer Unterschrift angeschlossen.

Alle Unterstützenden und Unterzeichnenden sind Adressaten eines derzeit vorbereiteten Online-Fragebogens. Die drei Fragen darin wurden von Zulehner und Halik im aktuellen Newsletter bereits genannt: Die erste bezieht sich auf die "Zeichen der Zeit", welche die Kirche "in Ihrem Land, in Ihrer Region, auf Ihrem Kontinent" herausfordern. Die zweite richtet den Blick auf mögliche Beiträge, die die Kirche zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten kann und soll. Und schließlich: "Welche Entwicklung der Kirche (auf Ihrem Kontinent) ist erforderlich, damit die Kirche angesichts der Herausforderungen der Zeit im Sinn des Evangeliums handlungsfähig ist?"

Als Begründung für diese Art der Fortsetzung von "Pro Pope Francis" nennen Zulehner und Halik: "Haben wir im ersten Schritt unserem Gefühl für Papst Franziskus Ausdruck gegeben, sollen nunmehr im zweiten Schritt die (pastoral-)theologischen Argumente im Vordergrund stehen." Laut Zulehner werden die Adressaten mit einem persönlichen Code Zugang zum Fragebogen erhalten. Eine offene Version werde zudem ins Internet gestellt. "Ich hoffe sehr, dass sich viele daran beteiligen werden", so der Wiener Theologe.

Für die administrative Bewältigung dieser Fortsetzung bat der bisher als alleiniger "Sekretär" der Initiative agierende Zulehner um Spenden auf das Konto der "Arbeitsstelle für kirchliche Sozialforschung e.V." in Wien, IBAN: AT21 2011 1000 0750 6325, BIC GIBAATWWXXX, Vermerk "ProPopeFrancis".