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08.12.2017

Altarweihe in Linzer Mariendom nach Innenraum-Neugestaltung

Starkes Zeichen, dass die Kirche kein Museum ist, sondern Gegenwart und Zukunft hat.

Nach umfassenden Umbauarbeiten hat der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer am Freitag, 8. Dezember 2017 im Rahmen eines Festgottesdienstes den neuen Altar des Mariendoms geweiht, sowie Ambo, Kathedra und Priestersitz gesegnet. Mit der Neugestaltung des Domes wolle die Diözese ein "starkes Zeichen" setzten, dass die Kirche kein Museum sei, sondern Gegenwart und Zukunft habe, so Scheuer in seiner Predigt.

 

Herzstück der Umgestaltung ist die erhöhte Altarinsel, auf der sich Altar, Ambo, Bischofssitz und Priestersitz befinden, gab die Diözese am Freitag, 8. Dezember 2017 in einer Aussendung bekannt. Alle vier Orte sind aus Jura-Kalkstein gefertigt, der in den Farben des Doms gehalten ist und aus der Nähe von Eichstätt (Bayern) stammt.

 

Scheuer: Krise als Chance zum Aufbruch sehen

Die Kirchengestalt der vergangenen Jahrhunderte sei teilweise in Auflösung begriffen, auch was die Architektur und die Gebäude betreffe. Man könne darauf depressiv mit einer Fixierung auf eine heile Vergangenheit reagieren, oder die "Krise" als Chance zum Exodus, zum Aufbruch werten, so Scheuer. "Es stellt sich die Frage, ob wir in der Kirche von Linz Probleme haben, um unsere Krisen kreisen, auf das Negative fixiert sind, oder ob wir eine Frohe Botschaft haben."

Gott suche die Menschen nicht nur als Einzelpersonen, so Scheuer, sondern als Gemeinschaft. "Die Gemeinschaft der Getauften bildet eine Gemeinschaft, in der Ämter, Dienste und Aufgaben sichtbar werden. Das soll der Raum darstellen."

Der neugestaltete Mariendom solle laut dem Diözesanbischof aber auch ein Erfahrungsort sein für "Menschen, die unseren Glauben und unser Vertrauen in Christus Jesus nicht teilen oder nicht teilen können". Die ästhetische Kraft des Raumes fördere möglicherweise eine Ergriffenheit, die den Menschen mit sich selbst konfrontiere, sodass er sich die eigentlichen Fragen des Lebens stelle. Das solle dieses Haus "ein Ort der Ruhe, ein Schonraum, ein Ort, an dem Menschen ihr Leben neu ausrichten können" sein.

Neben der Sammlung brauche es auch den Aufbruch hin zu den Menschen, betonte Scheuer. Priester, Seelsorger und auch Ehrenamtliche in der Kirche seien Pilger und Kundschafter zwischen den Lebenswelten, zwischen Jungen und Alten, zwischen den Kulturen.

 

Dom nach Communio-Verständnis umgestaltet

Mit der Verortung von Altar, Ambo, Kathedra und Priestersitz im Kreuzungsbereich von vielbegangenen Wegen des städtischen Umfelds verweist die Diözese auf das gegenseitige Einwirken von "außen" und "innen" aufeinander. Die zentrale Zone zwischen Gemeindebänken, Leitungssitz, Ambo und Altar ist deshalb so gestaltet, dass sie für Besucher, Touristen und Passanten außerhalb der Gottesdienstzeiten begehbar ist.

Die Bankreihen sind auf drei Seiten nach dem Communio-Verständnis des zweiten Vatikanums auf drei Seiten um den Altar angeordnet und sollen die gesamte Feiergemeinde zur Trägerin der Liturgie machen. Ziel der Neugestaltung war, den Gottesdienst-Teilnehmern den aktiven und möglichst nahen Mitvollzug der liturgischen Feiern zu ermöglichen. Erneuert wurden auch das Beleuchtungskonzept und die Lautsprecheranlage.

Die Bestuhlung im Bereich hinter Kathedra und Priestersitz bietet Platz für mehr als 50 Priester, Diakone und weitere liturgische Dienste. Dahinter finden Chor und Orchester eine optimale Aufstellung, wodurch auch die akustischen Verhältnisse im Mariendom deutlich verbessert wurden.