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08.12.2017

Kardinal Schönborn: "Menschen haben feines Gespür für das Böse"

Festgottesdienst zu Mariä Empfängnis im Wiener Stephansdom.

 

Dem Ursprung von Gut und Böse ist der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, am Freitag, 8. Dezember 2017 im Rahmen des Festgottesdienstes zu Mariä Empfängnis im Stephansdom auf den Grund gegangen. Die Geschichte vom Sündenfall in der Bibel zeige, so Kardinal Schönborn in seiner Predigt, "dass es das Böse in der Welt und im Herzen der Menschen wirklich gibt und dass wir ein feines Gespür dafür haben". Eine Art Echo auf den Sündenfall sei die Gottesmutter Maria, "die den Neuanfang in der Menschheit darstellt".

 

Neigung Schuld auf andere zu schieben

Den Grund für das Böse sieht Kardinal Schönborn einerseits in der Neigung des Menschen, die Schuld auf andere zu schieben und im Teufel, "der den Menschen nichts Gutes will". Hier halte er es mit der Bibel, die eindeutig von einem Versucher ausgehe, der real und nicht nur eine Erfindung des Menschen sei.

Eine Art Echo auf den Sündenfall sei die Gottesmutter Maria, "die Mutter aller Lebenden, die den Neuanfang in der Menschheit und den Ursprung des Guten darstellt". Maria sei die Morgenröte des Heils, so der Kardinal, "weil sie uns Jesus gebracht hat und in Jesus haben wir die Antwort auf das viele Böse in der Welt. Deshalb dürfen wir heute Maria unsere Liebe und Dankbarkeit sagen".

Am Nachmittag leitet Kardinal Schönborn die große Wiener Immaculata-Feier mit einer Lichterprozession, die durch die Innenstadt führt. Der Beginn des Umzugs ist um 16 Uhr bei der Mariensäule auf dem Platz Am Hof. Von dort ziehen die Mitfeiernden - darunter mehrere hundert Ministranten und Fackelträger aus der ganzen Erzdiözese - mit Blasmusik-Begleitung über den Graben zum Stephansdom. Nach dem Einzug in den Dom mit der Maria-Pocs-Ikone folgt eine Marienvesper mit abschließendem Pontifikalsegen.