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07.12.2017

Bethlehem: Hilfswerk warnt vor "traurigen Weihnachten"

Jugend Eine Welt: "Situation im heutigen Bethlehem ist von Weihnachtsfrieden und hoffnungsvoller Idylle weit entfernt".

 

Auch zu Weihnachten 2018 zeichnet sich für die Geburtsstadt Jesu keine Wende zum Besseren ab. "Die Situation im heutigen Bethlehem ist von Weihnachtsfrieden und hoffnungsvoller Idylle weit entfernt", so die Hilfsorganisation "Jugend Eine Welt" in einer Aussendung am Donnerstag, 7. Dezember 2017. Die Sorge sei groß, "dass sich die Lage in naher Zukunft noch weiter verschärft". Die Bewegungsfreiheit der Menschen, die im "christlichen Dreieck" zwischen Bethlehem, Beit Dschala und Beit Sahur leben, werde durch die israelische Sperrmauer und die zahlreichen Checkpoints extrem eingeschränkt. Das zerstöre Lebensperspektiven und führe zu wachsender Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, gerade bei jungen Menschen, hielt die Hilfsorganisation fest. Nachsatz: "Es werden traurige Weihnachten in Bethlehem."

Die wirtschaftlichen Aussichten in der Region seien abgesehen vom "Dauerbrenner" Tourismus bescheiden - die Arbeitslosenrate in Bethlehem lag 2016 bei 27 Prozent und war damit nach Gaza die höchste in den Palästinensischen Autonomiegebieten. Viele christliche Familien wanderten in den vergangenen Jahren aus: Der Anteil der christlichen Bevölkerung rund um Bethlehem sank von 86 Prozent im Jahr 1950 auf 12 Prozent im Jahr 2016, wie Jugend Eine Welt festhielt.

"Jugend Eine Welt" verwies vor allem auch auf die Situation im Cremisan-Tal, das zwischen Bethlehem und Jerusalem liegt, und vom Bau der Sperrmauer massiv betroffen ist. Ländereien von Palästinensern wurden enteignet, den Menschen die Lebensgrundlage entzogen. Andere könnten wiederum nicht zu ihren Gärten und Feldern gelangen, um diese zu bewirtschaften.

Im Cremisan-Tal liegt auch das berühmte Weingut der Salesianer Don Boscos, das kostbare Rebsorten aus biblischer Zeit kultiviert. Das Weingut sichere wichtige Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung und wirkt ebenso als "Oase des Friedens" wie die in unmittelbarer Nähe gelegene Schule der Don Bosco Schwestern, die von 450 Kindern aus den umliegenden Städten und Dörfern besucht wird. Mittlerweile wurde die Sperrmauer dicht an die beiden Don Bosco Einrichtungen herangeführt, die drohende Trennung des Grundstückes in einen israelischen und einen palästinensischen Teil konnte bislang aber abgewendet werden, so "Jugend Eine Welt". Noch sei die Causa aber nicht "vom Tisch".

Um den Kreislauf aus Armut, fehlenden beruflichen Perspektiven und Hoffnungslosigkeit im "Heiligen Land" aufzuhalten, unterstützen "Jugend Eine Welt" und die Salesianer Don Bosco benachteiligte junge Menschen und ihre Familien: So diene die Don Bosco Bäckerei von Bethlehem als Lehrstelle für den Bäckerberuf und versorge täglich 80 bedürftige Familien mit Gratis-Brot. In der Don Bosco Berufsschule erlernten zudem rund 300 junge Menschen, die verschiedenen religiösen Konfessionen angehören, einen Beruf und würden an sportlichen Aktivitäten teilnehmen, die ein friedliches Miteinander fördern.