Ein epidemisches Problem wie HIV/Aids braucht konkrete Hilfe: Davon ist der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke/Missio, Pater Karl Wallner, überzeugt. Missio wird aktiv, weil es "unsere christliche Pflicht ist, hier zu helfen", erklärte Wallner in einer Aussendung zum Welt-Aidstag am Freitag: "Das Thema ist immer ein heißes Thema, weil es mit Sexualität, mit Fortpflanzung, mit Liebe, mit Bevölkerungswachstum zu tun hat - Themen, die uns tief sozial, menschlich, emotional berühren." Weltweit seien etwa 25 Millionen Menschen mit HIV/Aids infiziert, 70 Prozent von ihnen lebten in Afrika.
Der von Missio unterstützte Direktor des Netzwerks AJAN (African Jesuit Aids Network), Elphege Quenum, betonte laut Aussendung, dass die Krankheit in Afrika "vielleicht die größte Herausforderung" sei. Menschen würden in großer Zahl an den Folgen der Krankheit sterben. Alle Christen hätten den Auftrag, gegen HIV/Aids aktiv zu werden. "Als Kirche haben wir eine Mission, nämlich für das Glück der Menschen zu arbeiten. Wir arbeiten für das Reich Gottes - auch hier auf Erden. Im Evangelium spricht Jesus über das Glück, das er den Menschen bringt."
Der Direktor des Netzwerks AJAN hob vor allem den Bildungsauftrag der Kirche in Afrika hervor: "In ihren Bildungseinrichtungen und ihren Initiativen stärkt die Kirche vor allem junge Menschen in Afrika. Sie schafft Bewusstsein und informiert über die Gefahren der Krankheit."
Zusätzlich zu wichtiger Bewusstseinsbildung setze das Netzwerk AJAN konkrete Schritte, um das "defizitäre Gesundheitssystem" zu verbessern, so Quenum: "Wir machen mit sogenannten Mobile Clinics, mobilen Krankenstationen, auf Gesundheitsthemen aufmerksam und bieten Soforthilfe." AJAN mache dabei auf HIV/Aids aufmerksam, aber auch auf andere Krankheiten, wie Malaria oder Tuberkolose: "Diese Krankheiten gefährden die afrikanische Bevölkerung."
Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner wies auf die verschiedenen Aspekte im Kampf gegen die Krankheit hin: "Wichtig ist sicher zum einen Prävention. Es ist erstaunlich, wie weit man mit simpler Aufklärung über die Aids-Problematik kommen kann."
Wahrzunehmen sei andererseits die Situation, dass viele Kinder bereits seit ihrer Geburt an infiziert sind, so Wallner: "Im afrikanischen Sozialgefüge werden diese Menschen dann oft wie Paria, wie Ausgestoßene, behandelt. Da sind unsere Projektpartner von Missio Österreich wichtige Vermittler und können konkret helfen."
Der Kampf gegen Aids scheint für den Missio-Nationaldirektor oft "aussichtslos", wie er sagte: "Mir tut es selbst weh, weil man das Gefühl hat, gegen Windmühlen zu kämpfen." Ein großes Vorbild für kirchliches Engagement gegen HIV/Aids ist für Missio-Nationaldirektor Wallner Mutter Theresa von Kalkutta: "Es gibt viele Bilder von ihr, auf denen sie Aids-kranke Kinder an sich drückt. Wir können nicht die ganze Welt retten, aber wir können doch für viele einzelne Menschen konkret etwas Gutes tun."