Papst Franziskus hat den Opfern des Bombenanschlags auf eine Moschee im Sinai sein Gebet zugesichert. Zugleich verurteilte er in einem Telegramm am Freitagabend, 24. November 2017 das Attentat als "Akt der Brutalität gegen unschuldige Bürger, die im Gebet versammelt waren". Dem ägyptischen Volk bekundete er seine Solidarität "in dieser Stunde der nationalen Trauer".
Die Toten empfahl er "der Barmherzigkeit des Allerhöchsten" an und bat um den "göttlichen Segen des Trostes und Friedens für ihre Familien", hieß es in dem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin gesendeten Telegramm.
Bei einem der schwersten Attentate der vergangenen Jahre in Ägypten sind nach nationalen Medienberichten mindestens 235 Menschen getötet worden. Mehr als 100 weitere Personen wurden demnach bei dem Angriff auf eine Moschee im Norden der Sinai-Halbinsel in Bir al-Abed westlich der Stadt el-Arisch verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.
Den Berichten zufolge explodierte zunächst ein Sprengsatz in der Moschee einer Sufi-Gemeinschaft. Anschließend sollen bewaffnete Männer auf die Beter geschossen haben. Staatspräsident al-Sisi berief ein Krisentreffen ein. Für den Nordsinai wurde der Ausnahmezustand verhängt.
Auch in Deutschland zeigten sich Vertreter aus Kirche und Islam erschüttert über den Anschlag. "Ich empfinde es als besonders bedrängend, dass gezielt das Leben von Betenden angegriffen und ausgelöscht wurde", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Freitag in Bonn. "Wer im Namen der Religion tötet, handelt blasphemisch."
Zum Zusammenhalt der Religionen rief der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm auf. Er plädierte dafür, dass alle alles in ihrer Macht Stehende tun sollten, "um dem Hass von fanatischen Fundamentalisten den festen Willen zum Frieden entgegenzusetzen".
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland verurteilte die Tat als "barbarischen Terroranschlag" auf muslimische Gläubige. "Terroristen, gleich welcher ideologischer Couleur, bleiben am Ende was sie sind: Mörder, Menschenverächter und Verbrecher", sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek.
Auch der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Olav Fykse Tveit, hat in scharfen Worten den Anschlag vom Fraitag auf die der mystischen Sufi-Bewegung zugerechnete Moschee im nördlichen Sinai verurteilt. "Wir müssen diese Attacke auf unsere muslimischen Brüder und Schwestern als eine empörende Verachtung des menschlichen Lebens verurteilen. Diese Verachtung ist umso schmerzvoller, wenn betende Menschen getroffen werden", so Fykse Tveit in einem Kondolenzschreiben an den Großimam der Al-Azhar, Ahmad al-Tayyeb.
Solche Verbrechen gegen Gläubige unterschiedlicher Religionen, gegen Kirchen und Moscheen, zeigten, dass Gewalt niemals mit Religion verbunden sein kann, versicherte der Generalsekretär: "Im Gegenteil, diese Verbrechen zielten darauf ab, die Botschaft der Nächstenliebe, die allen Religionen gemeinsam ist, zu zerstören", betonte Fykse Tveit. Er sicherte Al Azhar die Unterstützung des Weltkirchenrats bei den Anstrengungen zur Bekämpfung der extremistischen Ideologie zu. Die Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus im Nahen Osten sei eine "gemeinsame Verantwortung".