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25.11.2017

Liturgiewissenschaftler Freilinger: Advent lässt darauf hoffen, dass alles gut wird

Liturgieexperte Freilinger bei Vorstellung der neuen "Familienbibel": „Ankunft ist Fundament christlicher Hoffnung“.

Der Advent ist eine Zeit, die zum Einsatz für Gerechtigkeit ermutigt sowie zur Hoffnung darauf, "dass alles gut wird": Das hat Christoph Freilinger, Liturgiewissenschaftler aus der Diözese Linz und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Österreichischen Liturgischen Institut in Salzburg, am Donnerstag, 23. November 2017 bei der Vorstellung der "Familienbibel" des Linzer Bibelwerks erklärt.

 

 

Advent, zentraler Begriff des christlichen Glaubens

Der Advent ist eines der 50 zentralen Begriffe christlichen Glaubens, denen in der neuen Bibelausgabe ein eigenes Stichwort gewidmet ist. "Advent ist eine Zeit der Hoffnung gegen die Zeiten der Hoffnungslosigkeit. Was dürfen wir hoffen?", wird hier gleich eingangs gefragt.

Die Ankunft (lat. adventus) Jesu ist laut Freilinger das Fundament christlicher Hoffnung, und sie geschieht auf dreifache Weise. "Zunächst seine Ankunft vor rund 2.000 Jahren in Bethlehem, die wir zu Weihnachten feiern, weiters die immer neue Zuwendung Jesu heute in unserem Leben und schließlich seine Wiederkunft am Ende der Zeit - besser: zur Vollendung der Zeit, wenn er uns heimführt in das Leben bei Gott und alles Leid ein Ende hat." Genau diese zentralen Inhalte würden in den kommenden Wochen des Advent in den christlichen Kirchen auch gefeiert, mit Licht-Erfahrungen wie Adventkranz oder Rorate-Feiern, mit gemeinsamem Beten und Singen im Kreis von Familie und Freunden, mit Nikolausfeiern oder Herbergssuchen.

Auch Gerüche, Klänge, Musik und Bräuche, die mit der Erfahrung von Geborgenheit in Verbindung bringen, seien wesentliche Elemente des Advents, betonte Freilinger. "Es gehe dabei jedoch nicht um einlullende Gefühle, sondern vielmehr um eine Stärkung zur aufmerksamen und wachsamen Gestaltung des Lebens vom Ziel her, auf das hin wir unterwegs sind." Letzteres sei der im Zweiten Petrusbrief erwähnte "neue Himmel und die neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt". Aus diesem Grund sei der Advent auch ein spezieller Impuls, um für ein gerechteres Miteinander und Mitmenschlichkeit einzutreten.

Freilinger äußerte sich im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung der soeben erschienenen "Familienbibel", die eine farbig bebilderte Großdruck-Ausgabe der revidierten Einheitsübersetzung darstellt. Bei der Erstellung wurde besonders darauf geachtet, dass sich auch "Bibel-Einsteiger" leicht zurechtfinden, erklärte Pastoralamtsleiterin Gabriele Eder-Cakl. So werden etwa im Vorspann geeignete Texte für Taufen, Hochzeiten oder Trauerfeiern vorgeschlagen, zudem gibt es Stichworte mit jeweils kurzer Einführung und dazugehörigen Bibelstellen. Letztere weisen die konkrete Seitenzahl statt die Angabe von Buch, Kapitel und Vers auf, was sonst in keiner anderen Bibelausgabe zu finden sei, wie Eder-Cakl hervorhob.

Es sei wichtig, dass nach der Vorgängerausgabe von 1979 nun wieder eine neue Einheitsübersetzung vorliege, um "das aktuelle Leben, die gegenwärtige Sprache der Menschen" auch in der Bibel abzubilden, befand die Pastoralamtsleiterin. Was sie an der neuen Übersetzung begeistere, sei dass sie "die biblischen Bilder mehr sprechen und den hebräischen bzw. griechischen Urtext mehr spüren lässt". Frauen und Männer würden auch in gleicher Weise explizit angesprochen