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22.11.2017

„Gott ist größer, als wir denken“

Ein Portrait über Friederike Sornek, eine junge Frau, die ihren Weg mit Gott geht.

 

Ich kann nicht behaupten, dass ich ein großes Bekehrungserlebnis hatte. Es waren viel mehr einige kleine Bekehrungen, die ich erlebt habe und auch heute immer wieder erlebe“, erzählt Friederike Sornek.

 

Die 24-Jährige wohnt seit einigen Jahren in Wien, wo sie Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert. Bereits im Jugendalter war es für sie ein großes Anliegen, eine Grundbeziehung zu Gott aufzubauen, wie sie uns erzählt: „Es bleibt natürlich immer eine Herausforderung, denn an einer Beziehung muss man arbeiten und etwas dafür tun, damit sie bestehen bleibt“, sagt sie.

 

Beziehung zu Gott

Ihr selbst hilft es, sich immer wieder mit ihrer persönlichen Beziehung zu Gott auseinanderzusetzen – auch in Zeiten der Krise. „Meine schwierigste Entscheidung bisher war die Wahl meines Studiums“, erzählt Friederike. „Ich habe mich gefragt: Was will Gott von mir? Was ist meine Berufung? Ich habe ihn angefleht, mir zu sagen, was ich tun soll. Letztendlich hat er mir durch ein Gefühl in mir eine innere Antwort gegeben und ich begann Theologie zu studieren.“

 

Doch später brach sie dieses Studium wieder ab. Ihr Gottvertrauen hat dadurch aber nicht gelitten, ganz im Gegenteil: „Ich glaube, Gott ist viel größer als wir denken. Im Nachhinein weiß ich jetzt, dass Gott nicht sagt: Du musst das oder das machen. Sondern er gibt uns einen freien Willen um eigene Entscheidungen zu treffen. Das ist für Gott das Größte und er begleitet uns dabei“, sagt Friederike. Sie ist überzeugt davon, dass man nur durch eigene Erfahrungen herausfinden kann, was das Richtige für einen ist.

 

Auf Missionsreise in Mexiko

Geboren ist Friederike in der Nähe von Düsseldorf. Bereits als Kind und als Jugendliche spielte der Glaube eine zentrale Rolle in ihrem Leben – und auch im Leben ihrer drei Geschwister: „Wir haben zuhause regelmäßig gebetet und über den Glauben gesprochen“, erinnert sie sich zurück. Diese Liebe zu Gott begleitet die Geschwister bis heute. Friederikes Schwester ist Pastoralassistentin in der Pfarre St. Othmar in Wien, ihr Bruder ist Priesterseminarist – ebenfalls in Wien.

 

Sie selbst schloss sich bereits als Jugendliche der Apostolatsbewegung Regnum Christi an. Dort fühlte sie sich sehr wohl und erfuhr „eine Gemeinschaft, die den Glauben so lebt, wie ich ihn von zuhause mitbekommen habe“.

 

Nach ihrem Schulabschluss absolvierte Friederike ein freiwilliges soziales Jahr bei der Apostolatsbewegung und unternahm unter anderem eine Missionsreise nach Mexiko. „Wir waren in extrem armen Dörfern und sprachen mit den Bewohnern über den Glauben. Es war beeindruckend. Obwohl die Menschen so arm waren und fast nichts besaßen, waren sie unglaublich gastfreundlich und freuten sich über unseren Besuch“, erzählt sie dankbar.


Den eigenen Wert erkennen

Seit ihrem Umzug nach Wien engagiert sich Friederike im Zentrum Johannes Paul II. im dritten Wiener Gemeindebezirk. Dort bringt sich vor allem bei der Musik ein, außerdem engagiert sie sich für Projekte, die vor allem junge Leute ansprechen. Unter anderem gehört sie zum Planungsteam von „Shut Up! It’s Christmas“, einem Weihnachtsevent für junge Menschen, das die Schönheit von Kirche, Gemeinschaft und Glaube vermittelt.

 

Außerdem schreibt die 24-Jährige Beiträge für das katholische Jugendmagazin You! und für ihren Blog „Mikiza“, den sie gemeinsam mit ihrer Freundin und Mitbewohnerin Zaza im vergangenen Februar gestartet hat. Hier teilen die beiden seitdem ihre Gedanken zu verschiedenen Themen, „mit christlichem Hintergrund“, wie Friederike sagt.

 

Looking Good Inside and Out

Im Zentrum Johannes Paul II. ist sie außerdem für das Projekt „Looking Good Inside and Out“ zuständig: „Dabei sprechen wir mit jungen Mädchen darüber, was innere Schönheit ist und was sie ausmacht. Damit wollen wir erreichen, dass sich die Mädchen selbst kennenlernen, mit all ihren Stärken und Schwächen.“

 

Durch Vorträge, Spiele und Ausflüge sollen 11- bis 15-Jährige dabei unterstützt werden, ihren eigenen Wert zu erkennen und sich in ihren Körpern wohlzufühlen. Auch bei diesem Projekt spielt der Glaube eine wichtige Rolle für Friederike. „Denn Gott hat jeden von uns einzigartig geschaffen. Deshalb haben wir alle viel Schönes an uns.“