Die Chancen, die Musik für die Außenwirkung wie auch für den Zusammenhalt einer Pfarre bieten, werden noch viel zu wenig erkannt oder gar genützt: Dem will Georg Plank, Grazer Theologe und Gründer des Projekts "Pastoralinnovation", mit einem themenspezifischen "Innovationskurs" entgegenwirken. Darin sollen pfarrliche Musikverantwortliche ein für ihre Pfarre oder ihren Pfarrverband "maßgeschneidertes, realistisches und innovatives Musikkonzept" entwickeln - "als Schlüsselfaktor für nachhaltige Erneuerung", wie Plank im Gespräch mit "Kathpress" mitteilte.
"Innovationskurse" sind neben der für kirchliche Führungskräfte gedachte Reihe "PfinXten" das zweite "Flaggschiff" von "Pastoralinnovation"; sie sollen laut Plank hinkünftig auf ein bestimmtes Thema ausgerichtet sein, um mehr Zielrichtung zu ermöglichen und den Austausch der Teilnehmenden zu erleichtern. "Männerpastoral" stehe im Zentrum eines mit dem Linzer "Institut Pastorale Fortbildung" geplanten Kurses, weitere zu "Kinderkirche", Öffentlichkeitsarbeit, Jugendpastoral und "Neue Orte" seien in Vorbereitung.
Der einjährige Kurs "Musik als Schlüsselfaktor" mit vier je zweitägigen Seminaren plus Coaching bei der Umsetzung erarbeiteter Ideen beginnt mit einem ersten Info-Treffen am Sonntag, 19. November, um 17 Uhr in der Wiener Pfarre St. Florian, dem früheren Schauplatz der "Jugendkirche" in der Wiedner Hauptstraße 97-99. Mit dabei außer Plank als Co-Kursleiter ist auch der Musiker, ehemalige Wiener Sängerknabe und Pastoraltheologe Stefan Gmoser.
Klassische Kirchenmusik spricht viele Menschen - darunter auch durchaus kirchenaffine - nicht an, weiß Georg Plank. Demgegenüber stünden seine Erfahrungen in Pfarrgemeinden im deutschsprachigen wie auch angloamerikanischen Bereich, deren Anziehungskraft für viele "unchurched" aufgewachsene oder "dechurched" gewordene Zeitgenossen u.a. in einer gelungenen musikalischen Ausrichtung bestehe. Das Genre sei dabei gegenüber der Qualität zweitrangig, betonte Plank. Er berichtete von Gemeinden, die Bands und Kapellen einmal pro Jahr anbieten, die Liturgie mitzugestalten - und dabei verblüffende Erfolge erzielten. Immer wieder zeige sich auch, dass Chöre Menschen anziehen, die längst nicht nur aus inneren Kirchenzirkeln kommen.
Es lohne sich, in diesem Bereich gezielte Akzente zu setzen und Strategien für den Gemeinschaft stiftenden Einsatz von Musik zu entwickeln - der durchaus über Liturgie hinausreichen könne, zeigte sich der Unternehmensberater und frühere Kommunikations-Chef der Diözese Graz-Seckau überzeugt. Er zitierte einen nordamerikanischen Erzbischof mit dem Appell: "Investiere Zeit in die Predigt, Geld aber in die Musik!"