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12.11.2017

Angelus: Papst erinnert an Märtyrer des Spanischen Bürgerkriegs

1.800 aus Hass gegen die Kirche ermordete Spanier wurden bereits seliggesprochen.

Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus am Sonntag, 12. November 2017 an 60 Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges erinnert, die am Samstag in Madrid seliggesprochen worden sind. Sie seien aus "Hass gegen den Glauben" ermordet worden, sagte der Papst in seiner Angelus-Kurzansprache.

Bei den neuen Seligen handelt es sich um den Priester und Jugendseelsorger Vicente Queralt Lloret mit 20 anderen Priestern, Ordensfrauen und Laien sowie um eine 39-köpfige Gruppe um den Priester Jose Maria Fernandez Sanchez. Alle 60 Katholiken wurden von republikanischen Milizen erschossen.

Vor und zu Beginn des Bürgerkrieges (1936-39) hatte es erhebliche Spannungen zwischen republikanischen Kräften und der Kirche gegeben. Die republikanische Seite, der Kommunisten, Sozialisten und andere antikirchliche Kräfte angehörten, suchte die ihrer Meinung nach reaktionäre und monopolartige Vormachtstellung der Kirche im Land zu brechen.

Nach kirchlichen Schätzungen wurden im Bürgerkrieg knapp 7.000 Priester, Bischöfe und Ordensleute sowie Tausende andere Gläubige getötet. Über 1.800 von ihnen wurden bereits selig- sowie vier auch heiliggesprochen.

 

Liebt, als sei es der letzte Tag

Papst Franziskus hat die Menschen dazu aufgerufen, jederzeit bereit zu sein, Christus zu begegnen, und entsprechend zu leben. "Seid vorbereitet und lebt, als sei es letzte Tag", sagte er am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. "Wir sollten nicht bis zum letzten Moment unseres Lebens warten, um mit Gottes Gnade kooperieren", so Franziskus.


Eine entsprechende Lebenshaltung zeige sich nicht allein im Glauben, sondern auch in einer Liebe, die den Glauben nährt und für andere glaubwürdig macht. In seiner Auslegung der Beispielerzählung des Evangeliums dieses Sonntags mahnte der Papst die Gläubigen: Sie sollten sich wie die klugen Jungfrauen verhalten, die beim nächtlichen Warten auf den Bräutigam genügend Öl für ihre Lampen mitgenommen haben. Die Lampen symbolisierten den Glauben an den Bräutigam Christus, das Öl die Liebe, die den Glauben nährt und anderen Licht und Hilfe spendet, so Franziskus.

Erneut warnte der Papst davor, sich im eigenen Leben bequem einzurichten, nur auf die eigenen Interessen zu achten. Damit werde das Leben steril und unfruchtbar. Wenn, womit stets zu rechnen sei, Christus wiederkommt, stehe der Christ dann ohne Öl, sprich: Liebe, da. Daher bereite man sich am besten mit Gesten der Liebe, des Teilens und konkreter Hilfe für den Nächsten in Not auf die Begegnung mit Christus vor.