Die schwierige Lebenssituation im besetzten Palästinensergebiet und die Bemühungen, die Bevölkerung durch medizinische Hilfe zu unterstützen, sind Anfang November 2017, Thema einer Vortragsreihe in mehreren Städten Österreichs.
Dr. Hiyam Marzouqa berichtet in Wien, Linz und Wiener Neustadt von ihrer Tätigkeit als Chefärztin der einzigen spezialisierten Kinderklinik im Westjordanland, dem Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem. Anlass für den Besuch ist das zehnjährige Jubiläum des Vereins "Kinderhilfe Bethlehem Österreich", der die spendenfinanzierte christliche Einrichtung unterstützt.
Am Montag, 6. November, spricht Marzouqa ab 19 Uhr im Curhaus der Erzdiözese Wien (Stephansplatz 3, 1010 Wien) mit der ORF-Journalistin und Theologin Renata Schmidtkunz. In Linz ist die Ärztin am Dienstag, 7. November, ab 19.30 Uhr im Festsaal der Elisabethinen (Fadingerstr. 1) zu hören, sowie in Wiener Neustadt am Mittwoch, 8. November, ab 19 Uhr im Pfarrsaal der Propstei (Domplatz 1). Marzouqa hat in Deutschland studiert, ihre Vorträge unter dem Titel "Von kleinen Wundern und großen Dingen" finden in deutscher Sprache statt.
Das Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem ist nicht nur Palästinas einzige Kinderklinik, sondern auch das einzige Spital, in dem nicht nach Religion, Herkunft oder Sozialstatus der Patienten gefragt wird. Arme und bedürftige Kinder werden kostenlos behandelt, niemand wird abgewiesen. Es war trotz der angespannten politischen Lage war das Caritas-Baby-Hospital seit seiner Gründung vor 65 Jahren noch keinen einzigen Tag geschlossen. Getragen wird es von der Kinderhilfe Bethlehem, mit Hauptsitz in Luzern (Schweiz), einem Regionalbüro in Freiburg und nationalen Gesellschaften in Italien, Österreich und Großbritannien.
Das Spital ist die medizinische Anlaufstelle für rund 330.000 Kinder unter 14 Jahren, die im südlichen Westjordanland zwischen Bethlehem und Hebron leben. Die Nachfrage ist groß: 2016 wurden 46.000 Kinder im Caritas-Baby-Hospital behandelt, so viele wie nie zuvor seit der Gründung der Klinik 1952. Im Mittelpunkt des Angebotes steht die ambulante Klinik mit allgemeinen Sprechstunden und ihren Spezialangeboten wie etwa für Kinder mit Lungenerkrankungen, Entwicklungsstörungen oder Stoffwechselkrankheiten. Auf der Pflegestation können 82 Kinder stationär betreut werden, wobei Mütter bei Bedarf bei ihren Kindern übernachten können. Seit 2013 gibt es auch eine Intensivstation. Die Klinik betreibt auch eine Mütterschule und beschäftigt Sozialarbeiterinnen.