Der frühere Caritas-Präsident Franz Küberl fordert mehr Transparenz bei der Besetzung von Ämtern im Bereich Politik. Denkbar wäre ein System wie in den USA, so Küberl am Donnerstag, 26. Oktober 2017 in einem Kommentar in der "Krone". Dort müssen vom Präsidenten vorgeschlagene Amtsträger in eine Anhörung vor den entsprechenden Ausschuss des Senats. Das habe den Vorteil, dass vor einer Amtsübernahme über Inhalte, Vorhaben und politische Einschätzungen diskutiert werde. "Es wäre sinnvoll, so ein Anhörungssystem für Österreich zu adaptieren, und vor der Bestellung durch den Bundespräsidenten durchzuführen."
Vorstellen kann sich Küberl so ein Anhörungssystem etwa bei der Besetzung der Kabinette der Bundesminister, deren Mitglieder stark in die Geschehnisse der Minister eingreifen würden. Es spräche laut dem früheren Caritas-Präsidenten nichts dagegen, "dass sich diese Personengruppe künftig im jeweiligen Ministerium vor ihrer Bestellung einer internen Anhörung durch beamtete Mitarbeiter stellt; damit Inhalte, Kompetenzen und Fähigkeiten der jeweiligen Personen bekannt sind".
Was zu wenig Transparenz bedeuten kann, habe sich auch im letzten Wahlkampf gezeigt, bei dem ein "beachtliches Maß an Dreck produziert wurde". Mit schuld an solchen Schmutzkübel-Kampagnen sei eine fehlende Transparenz innerhalb der Parteien, wenn es um die Verantwortlichen für den Wahlkampf geht. Anhörungsformen wären auch hier denkbar, so Küberl, "sodass man innerhalb der Verantwortlichen und zentralen Mitarbeiter einer Partei wüsste, wer da aller am Wahlkampf mit welchen Überlegungen in der parteiinternen Küche mitkocht".