"Nichts im Glauben der Christen ist so sicher wie diese 'Verabredung', das Wiedersehen mit Christus." Diese Überzeugung formulierte Papst Franziskus am Mittwoch, 11. Oktober 2017 und stellte sie in den Mittelpunkt seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. "Wie wird es sein, dieses Wiedersehen - wie eine freudige, herzliche Umarmung?", fragte er die Zuhörer und bat sie, sich dieses Ereignis vorzustellen. In dieser Zuversicht und dieser Hoffnung könnten und sollten Christen leben wie wachsame Diener, die auf ihren Herrn warteten. Das entsprechende Gleichnis aus dem Lukasevangelium war die Bibellesung, auf die der Papst sich in seiner Katechese bezog. "Diese Welt erwartet unsere Verantwortung, und wir übernehmen sie ganz und mit Liebe", sagte der Papst.
Die Hoffnung auf das Wiedersehen mit Christus dürfe daher nicht dazu verführen, die Hände in den Schoß zu legen. "Es gibt keinen Friedensstifter, der nicht am Ende einen Kompromiss eingeht zwischen seinem persönlichen Frieden und dem Einsatz für die Probleme anderer", sagte der Papst. Der wahre Christ riskiere etwas im Einsatz für das Gute, das Jesus ihm als Schatz anvertraut habe. Daher bestehe das Leben eines Christen, der auf die Wiederkunft Christi warte, nicht aus Langeweile, sondern allenfalls aus Geduld, so der Papst. Erleichtert werde diese Geduld durch die Hoffnung, dass auch die schwierigen und harten Momente im Leben am Ende in Christus erlöst würden. "Und Gott enttäuscht nicht", betonte Franziskus.
"Jesus klopft weiter an die Tür unseres Herzens. Wir wollen ihn bereitwillig aufnehmen, indem wir für die anderen da sind, vor allem für die Armen, die Kranken und die Flüchtlinge", wandte sich der Papst zum Abschluss an die deutschsprachigen Besucher der Generalaudienz. Ausdrücklich begrüßte er unter ihnen die Teilnehmer einer Informationswoche der Päpstlichen Schweizergarde, die sich derzeit im Vatikan aufhalten.
Zum Abschluss des 100. Gedenkjahres der Marienerscheinungen von Fatima hat Papst Franziskus zum Beten des Rosenkranzes ermuntert. Besonders im Rosenkranzmonat Oktober gelte es, dieses Gebet dem Frieden der Welt zu widmen, sagte er am Mittwoch zum Abschluss seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. Alle Menschen könnten "Handwerker des Friedens", zitierte Franziskus aus seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2017.
Am 13. Oktober 1917 gab es in dem portugiesischen Ort Fatima die letzte von mehreren Marienerscheinungen an drei Hirtenkinder. In diesem Jubiläumsjahr hat die katholische Kirche der Erscheinungen besonders gedacht. Im Mai reiste der Papst persönlich nach Fatima.
Auf den kommenden Freitag falle auch der Welttag zur Verhinderung von Naturkatastrophen, erinnerte Franziskus bei der Generalaudienz. Der Papst erneuerte dazu seinen seinen Appell zur Bewahrung der Schöpfung. Vor allem Institutionen mit entsprechender öffentlicher und sozialer Verantwortung sollten sich mehr zur Senkung des Risikos von Katastrophenschäden einzusetzen. Dies gelinge aber nur durch konkrete Aktionen - vor allem für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, sagte Franziskus.