Papst Franziskus hat Technikprobleme beim sonntäglichen Angelus-Gebet am 8. Oktober 2017 mit Humor genommen: Als er merkte, dass er zunächst auf dem Platz nicht zu hören war, rückte er kurz das Mikrofon zurecht, als dann sein Echo auch auf dem Platz erschallte, lächelte er und sagte: "Noch mal von vorne, Buongiorno!".
Anhand des Tagesevangeliums erläuterte der Papst dann, auch für alle auf dem Petersplatz gut hörbar, dass Gott sich auch durch die Fehler und Sünden der Menschen niemals stoppen lasse und nie Rache übe. Gegenüber Gottes Barmherzigkeit gebe es nur ein Hindernis: "Unsere Arroganz und Vermessenheit, die manchmal auch zu Gewalt werden!". Es gelte, darauf mit Gutem zu antworten.
Der christliche Glaube sei mehr als die Summe von Geboten und moralischen Normen: "Vor allem ist er ein Angebot der Liebe, das Gott der Menschheit durch Jesus gemacht hat und ihr weiter macht", so der Papst an seine Tausenden Zuhörer.
Papst Franziskus hat nach seinem Angelus-Gebet den italienischen Kapuzinerpater Arsenio von Trigolo (1849-1909) gewürdigt. Der am Samstag im Mailänder Dom seliggesprochene Ordensmann sei ein ergebener Diener Gottes gewesen, der trotz vieler schwerer Prüfungen im Leben nie die Hoffnung verloren habe, sagte der Papst auf dem Petersplatz. Der Pater und Gründer eines Schwesternordens hatte sich immer wieder gegen Verleumdungen wehren müssen und Zeiten der Entfremdung durchlebt.
Als Giuseppe Migliavacca 1849 in Trigola bei Cremona geboren, wurde Arsenio 1874 zum Priester geweiht, ein Jahr später trat er den Jesuiten bei, die ihn 1892 aufgrund seines Kontaktes zu Pasqualina Giuseppina Fumagalli entließen. Die Nonne hatte eine Ordensgemeinschaft ohne Erlaubnis der Bischöfe gegründet.
Migliavacca übernahm wenig später die geistliche Leitung des aus Fumagallis Gruppe hervorgegangenen und von den Bischöfen genehmigten "Frommen Instituts von Maria der Trösterin" - bis es zu abermaligen Konflikten innerhalb der Gemeinschaft kam. 1902 trat Migliavacca dem Kapuzinerorden bei und nahm den Namen Arsenio Maria an. Sieben Jahre später starb er im Konvent der Kapuziner von Bergamo nach mehrjähriger Krankheit.