Nach dem Massenmord in der US-Metropole Las Vegas mit mindestens 59 Toten hat der Bischof der Casino-Stadt, Joseph Pepe, die Menschen zum Zusammenhalt aufgerufen. "Angesichts der Tragödie brauchen wir einander", sagte er bei einem interreligiösen Gebetsgottesdienst in der Guardian Angel Cathedral in Las Vegas. "Angesichts der Gewalt stehen wir zusammen, weil wir nicht zulassen können, dass Hass und Gewalt das letzte Wort haben", betonte Pepe laut einem Bericht in der Zeitung "Catholic Herald" vom Mittwoch. "Wir beten und singen und hören auf das Wort Gottes, um uns daran zu erinnern, dass inmitten dieser Tragödie Gott mit uns ist." Der Bischof fügte hinzu: "Gott weint mit unseren Tränen."
Papst Franziskus hatte bereits am Wochenende in einem Schreiben an Bischof Pepe die Opfer der "sinnlosen Tragödie" betrauert und zum Gebet aufgerufen. Die Vereinigten Staaten hätten "eine weitere Nacht mit unaussprechlichem Schrecken erlebt", sagte der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, in seiner Reaktion auf das Massaker. "Wir müssen beten und auf diejenigen aufpassen, die leiden", so DiNardo.
Die Tat löste auch in der Kirche neuerliche Rufe nach strengeren Waffengesetzen aus. Man komme nun im Gebet zusammen, aber auch "in der Entschlossenheit, eine Kultur zu ändern, die erlaubt hat, dass solche Ereignisse alltäglich werden", hielt der Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase Cupich, fest und sprach sich für "strengere, vernünftige" Gesetze zur Kontrolle von Waffenbesitz aus. "Wir bekräftigen unser Engagement für Gewaltlosigkeit und die Bewältigung der Ursachen solcher Tragödien", forderte der Kardinal dazu auf, gegenüber der alltäglichen tödlichen Gewalt durch Schusswaffen auf den Straßen nicht abzustumpfen.
Der als Attentäter identifizierte 64-jährige US-Amerikaner Stephen Paddock hatte am Sonntagabend (Ortszeit) aus dem 32. Stock eines Hotels in Las Vegas minutenlang auf Besucher eines Countrymusik-Konzerts geschossen. Nach aktuellen Polizeiangaben wurden mindestens 59 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt. Bevor die Polizei Paddocks Suite im Mandalay Bay Hotel stürmte, tötete er sich selbst. Im Hotelzimmer Paddocks fanden die Ermittler 23 Schusswaffen.
Das Tatmotiv blieb weiter unklar. Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatte Paddock allein gehandelt. Den Ermittlern zufolge wurden bisher keine Hinweise dafür gefunden, dass die Terrororganisation IS in den Massenmord verwickelt sein könnte, auch wenn der IS den Anschlag für sich reklamierte. Das Massaker von Las Vegas gilt als größter Massenmord mit einer Schusswaffe in der jüngeren US-Geschichte. US-Präsident Donald Trump sprach von einem "Akt des puren Bösen".