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28.09.2017

Dechanten-Reise nach London: „Eine Rolle spielen“

Pastoralamtsleiterin Veronika Prüller-Jagenteufel spricht über eineganz bestimmte Dechanten-Reise.

 

 

Es kommt auf dich an!“ In Holy Trinity Brompton („HTB“ abgekürzt) ist Vision-Sunday.

 

Zu Beginn des Arbeitsjahres wird in dieser anglikanischen Pfarre in London an ihren Leitsatz erinnert: „Unsere Vision ist, eine Rolle zu spielen in der Evangelisierung der Nationen, der Revitalisierung der Kirche und der Transformation der Gesellschaft.“

 

Die klare Botschaft ist: „Du bist wichtig; Dein Beitrag zählt: am Arbeitsplatz, im Freundeskreis, in der Familie, …“ Diesen Aufruf hören in den vier Kirchen dieser Pfarre insgesamt etwa 4.000 Leute, die große Mehrheit von ihnen junge Erwachsene unter 35.


Anfang September durften wir (vor allem Dechanten aus Wien) in HTB zu Gast sein. Es tut gut, eine vitale, junge Gemeinde zu erleben, in der sehr professionell gearbeitet wird – auch wenn die fehlenden Kirchenbänke, die laute Rockmusik im Gottesdienst, die freien Gebetsformen ungewohnt sind.


„HTB“ gestaltet seit den 1980er-Jahren das Pfarrleben – von den Gottesdiensten bis zur Website – konsequent so, dass junge Leute sich wohlfühlen und ihre Freunde mitbringen. Inzwischen engagiert sich eine Vielzahl von Freiwilligen u. a. für Alphakurse, Hauskreise, Begegnungs-Gruppen (von ca. 20 Leuten), Gottesdienste und soziale Projekte.

 

Sich nicht selbst genügen

Mit demselben Ansatz, nur etwas „normaler“, geht es in der Pfarre St. Peter Bethnal Green zu. Vor sieben Jahren kamen 20 Mitglieder von „HTB“ mit einem Pfarrerehepaar hierher, um die sehr klein gewordene Gemeinde von 20 älteren Leuten neu zu beleben.

 

Ohne Bestehendes zu zerstören, ist seitdem viel Neues gewachsen. Ca. 150 Menschen kommen sonntags zu den Gottesdiensten und beteiligen sich aktiv an Projekten in dieser armen Gegend Londons.

 

Seit einiger Zeit wächst die Gemeinde nicht mehr. „Vielleicht ist 150 das, was hier am Ort die richtige Gemeindegröße ist“, meint Pfarrer Atkinson: „Aber wir wollen trotzdem weiter wachsen: Da sind noch so viele, die Jesus nicht kennen.“ Und so bildet sich derzeit eine Gruppe in der Gemeinde – 30 Leute sollen es werden – die sich aufmachen werden in eine andere Gegend, um auch dort wieder eine sterbende Pfarre neu zu beleben und zugleich in St. Peter Platz zu machen für wieder neue Leute.


Mich fasziniert diese klare Entschiedenheit, sich nicht selbst zu genügen, sondern sich ganz auf die auszurichten, die das Evangelium noch nicht kennen: Auf sie kommt es an, wenn in dieser Gesellschaft das Reich Gottes wachsen soll.