Zum menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen hat Caritas-Präsident Michael Landau aufgerufen. Der heimische Caritas-Chef nahm am Mittwoch, 27. September 2017 in Rom am Auftakt der weltweiten Caritas-Solidaritätsaktion "Share the Journey" mit Papst Franziskus teil, die ein stärkeres Bewusstsein für die Notlagen von Migranten schaffen soll. Die Worte des Papstes bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz erinnerten daran, "dass wir Bürgerinnen und Bürger einer Welt sind und dass wird Verantwortung für einander tragen", schilderte Landau im Kathpress-Interview. "Kein Mensch verlässt seine Heimat ohne Not", nahm er auf die Papstansprache Bezug: "Das ist auch für uns in Europa eine wichtige Botschaft: Wer Schutz sucht, muss Schutz finden können, und zwar in einem fairen Verfahren unter menschenwürdigen Umständen."
Franziskus sei ein weiterer Punkt wichtig, fügte Landau hinzu. Nicht jeder, der Asyl beantrage, werde auch Asyl erhalten. "Aber jeder hat das Recht, als das behandelt zu werden, was er ist: als Mensch", betonte der Caritas-Präsident.
Die Verantwortungsträger in Österreich dürften nicht taub für die Hilferufe Notleidender sein. "Mein Appell an die wahlwerbenden Parteien ist, die Not der Menschen im Wahlkampf zu achten - auch wo es um fordernde Themen wie Migration und Flucht geht."
Zur europäischen Freizügigkeit nach innen gehöre auch die Sicherung nach außen, dafür habe er Verständnis, ergänzte Landau mit Blick auf die laufenden politischen Auseinandersetzungen um dieses Thema. "Aber die Grenzen Europas dürfen keine Grenzen des Todes sein." Notwendig sei zudem "eine gemeinsame Anstrengung, dass Menschen in ihrer Heimat Sicherheit und Lebensperspektiven finden können".
Der offizielle Start der Solidaritätsaktion "Share the Journey" des Weltcaritas-Dachverbandes "Caritas Internationalis" (CI) erfolgte am Mittwoch parallel zu einer Tagung der CI-Leitungsorgane in Rom. Michael Landau nimmt daran in seiner Funktion als Präsident der Rechtskommission des Weltcaritas-Dachverbandes teil.