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24.09.2017

Katholischen Frauenbewegung: Verändern mit Wut und Gelassenheit

„Frauen.Leben.Stärken“: Das neue Jahres-Thema der Katholischen Frauenbewegung

 

 

Mutig zur eigenen Wut zu stehen, die die Energie für Veränderung schafft, und die nötige Gelassenheit zu entwickeln, wenn Frau aneckt, weil sie nicht ins klassische (Rollen-)Bild passt“: So lautet das Fazit von Silvia Schreyer Richtarz (kfb) über den „Impulstag“ der Katholischen Frauenbewegung der Erzdiözese Wien.

 

Rund 90 Teilnehmerinnen wurden am 16. September im Stephanisaal des Curhauses auf das Jahresthema „Frauen.Leben.Stärken“ eingestimmt.

 

Geprägt war der Tag von der Liturgie am Beginn, die die Lebensabschnitte – „Junges Mädchen, mittlere Frau, weise Alte“ – thematisierte und von der Geistlichen Assistentin der kfb, Veronika Prüller-Jagenteufel, begleitet wurde; ebenso das Podiumsgespräch und die Workshops am Nachmittag zu Care-Arbeit, Feminismus, Umgang mit Zeit, Gewalt an Frauen und der Initiative „Christlich geht anders“.  


Am Podium diskutierten Milena Müller-Schöffmann (Welthaus Wien, kfb- Referentin) und Ursula Dullnig (Theologin, Vorstandsmitglied bei Joan Robinson). Gabi Kienesberger (Plattform „Christlich geht anders“) moderierte das Gespräch.

 

Zu Beginn wurde ein Film von Silvia Schreyer-Richtarz gezeigt, in dem 15 Frauen zu ihren Erfahrungen bezüglich „Frauenleben heute – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ befragt wurden.

 

Frauen reflektieren ihr Leben

Die Diskutantinnen griffen Stichworte wie „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und „gerechte Verteilung von unbezahlter Care-Arbeit“ auf.

 

„Wie im Film sind die Runden der Katholischen Frauenbewegung Orte, an denen Frauen zusammen kommen, um einander von sich zu erzählen. Sie reflektieren ihr Leben und lernen, selbstbewusst das Wort zu ergreifen. Damit zeigt sich, dass das Private politisch ist“, sagte Milena Müller-Schöffmann.

 

Ursula Dullnig erläuterte wichtige Schritte in der Frauenbewegung:

  • „Der Kampf um das Wahlrecht, der in Österreich vor genau 100 Jahren geführt wurde, um Frauen politisch eine Stimme zu geben.
  • Die Familienrechtsreform in den 1970er Jahren, die z. B. Frauen erstmals erlaubte, arbeiten zu gehen bzw. einen Führerschein zu machen, ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes einholen zu müssen.
  • Schließlich die beiden Frauenvolksbegehren, die – vor 20 Jahren und jetzt wieder –  die Öffentlichkeit für die nach wie vor bestehende strukturelle Benachteiligung von Frauen sensibilisieren und VerantwortungsträgerInnen zur Abschaffung der Defizite bewegen soll.