"Translation - Transgression - Transformation": Zu diesem Thema tagt die "European Society of Women in Theological Research" (ESWTR) von 23. bis 26. August in Wien. Die Theologinnengesellschaft will "Grenzsituationen auf biblischem, ethischem und interreligiösem Terrain" erkunden. Dabei geht es konkret um drei Grenzgebiete: das biblische ("Übersetzung als Brückenschlag zwischen Vertrautem und Fremdem"), das ethische ("Migration als Grenzerfahrung") und das interreligiös/interkonfessionelle ("Dialog zwischen den Religionen und Konfessionen als Impuls zu Veränderung und Wandel").
Aus einer "bewusst" theologischen Perspektive versucht der Kongress einen Beitrag zur öffentlichen Debatte über Migration in Europa zu leisten. Denn: "Auf religiösem Gebiet waren und sind Frauen in Europa Grenzgängerinnen. Die Grenzüberschreitungen dieser Migrantinnen sind Anstoß zu Bewegung und Veränderung traditioneller Denkmuster und Gewohnheiten in den Gesellschaften und Religionen Europas", so die Website der ESWTR-Konferenz.
Die internationale Konferenz der ESWTR, die alle zwei Jahre zusammentritt, findet heuer das erste Mal im Wiener Kardinal-König-Haus statt. Die Veranstaltung beginnt am 23. August um 19 Uhr mit einem öffentlichen Eröffnungsvortrag von Prof. Regina Polak von der Universität Wien zum Thema "Das utopische Potenzial von Religion: Grenzerfahrungen, Träume und Sehnsüchte von Migrantinnen". Ab dem 24. August ist jeder Konferenztag einem eigenen Schwerpunkt gewidmet. Die ESWTR-Konferenz 2017 endet am 26. August mit einem gemeinsamen Abendessen.
Kooperationspartner der ESWTR sind außer der katholisch- beziehungsweise evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Wien die Wiener Forschungsplattform "Religion and Transformation in Contemporary Society" und die Universität Graz. Die Kontaktperson ist Agnethe Siquans vom Institut für Bibelwissenschaften in Wien.
Die Europäische Gesellschaft für theologische Forschung von Frauen (ESWTR) wurde 1986 in der Schweiz gegründet und zählt heute über 600 Mitglieder. Sie ist ein Netzwerk für Frauen in der theologischen Forschung. Verschiedene christliche Denominationen und Religionen aus ganz Europa haben sich zum gegenseitigen Austausch zusammengeschlossen. Alle zwei Jahre findet eine europäische Konferenz zu einem aktuellen feministisch-theologischen Thema statt. Zwischen den Konferenzen treffen sich die Mitglieder zu regionalen und nationalen Konferenzen als auch zur Arbeit in thematischen oder fachbezogenen Arbeitsgruppen.