
25 Jahre ist es mittlerweile her, dass Mädchen offiziell zum Ministrieren zugelassen wurden. Zwei der Ministrantinnen der ersten Stunde sind Elisabeth Kühnelt-Leddihn und Ulrike Rauch-Keschmann. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums erzählen sie von ihren Erfahrungen als Ministrantinnen.
Elisabeth Kühnelt-Leddihn begann mit 13 Jahren in der Pfarre Pötzleinsdorf zu ministrieren. „Ich wollte das immer schon machen, ich habe die Buben beneidet“, sagt sie. Als der Pfarrer „Pionier-Mädchen“ suchte, meldete sie sich sofort. Heute leitet sie den Liturgieausschuss ihrer Pfarre. „Ich sage den Kindern immer, sie sind Vorbilder für die Gemeinde. Nicht alle Leute kennen den Messablauf so genau und deshalb schauen sie auf die Ministranten“, erzählt Kühnelt-Lennedihn. Kritikern von weiblichen Ministranten setzt sie folgendes Argument entgegen: „Man kann nicht einfach die Hälfte der Bevölkerung ausschließen.“
Auch Ulrike Rauch-Keschmann (Bild unten) ist Ministrantin der ersten Stunde. Die heutige Unternehmenssprecherin der Österreich Werbung freute sich, in ihrer Pfarre Maria vom Berge Karmel als Ministrantin offiziell eine aktive Rolle übernehmen zu dürfen – „mittendrin statt nur dabei ist mein Motto“. Schon vor 1992 gab es dort weibliche Ministranten. „Bei uns war das normal“, erinnert sich Rauch-Keschmann. „Der Jugendkaplan hatte Ministrantengruppen in jedem Jahrgang. Einmal in der Woche haben wir uns getroffen und ministrieren gelernt, Spiele gespielt und Spaß gehabt. Es gibt keinen Grund, Mädchen vom Ministrieren auszuschließen.“