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10.07.2017

Papst erinnert an Lampedusa: Migranten sind Geschwister

Der Pfarrer von Lampedusa dankt in Radio Vatikan den NGOs und der italienischen Küstenwache.

Die Pfarrgemeinde von Lampedusa hat am 8. Juli an den Besuch von Papst Franziskus auf der Flüchtlingsinsel vor vier Jahren erinnert; auf Twitter hat der Papst am gleichen Tag eine Botschaft geschickt.

 

 

Mit der Entscheidung, an den Ort zu gehen, vor dessen Ufer täglich Menschen ertrinken, hatte Franziskus am 8. Juli 2013 ein Signal an Europa senden wollen. Die Reaktion der Gleichgültigkeit auf das tägliche Drama des Todes von Migranten und Flüchtlinge im Mittelmeer sei in den Augen Gottes eine Schuld wie der Brudermord Kains, hatte er betont.

 

Hochachtung vor NGOs und Küstenwache

In einem Interview mit Radio Vatikan sagte Pfarrer Don Carmelo La Magra am Sonntag, wer in der Nachbarschaft dieser Dramen lebe, habe Hochachtung vor denen, die die Menschen retteten - NGOs ebenso wie die italienische Küstenwache. "Es ist leicht - und leider geschieht es -, mit Unterstellungen die Arbeit dieser Menschen zu kommentieren. Aber hier sehen wir, dass es viele Menschen gibt, die auf den Schrei nach Erkennen der Verantwortung geantwortet haben, den der Papst getätigt hat. Aber leider bleibt das Gute still, und manchmal wird es sogar behindert", so Pfarrer La Magra.

 

Erinnerung an Flüchtlingsdrama 2013

Franziskus erinnerte am Samstag in einem Tweet an den 8. Juli 2013 und an das weiter gehende Flüchtlingsdrama vor der italienischen Küste. "Die Migranten sind unsere Brüder und Schwestern, die ein besseres Leben suchen, fern von Armut, Hunger und Krieg", so die Twitter-Botschaft.

Der Papst war nach Lampedusa gereist, um dort Flüchtlinge zu treffen und mit ihnen eine Messe zu feiern. Als Zeichen der Trauer hatte er zuvor von einem Boot aus einen Blumenkranz ins Meer geworfen, im Gedenken an all die bei der Überfahrt Ertrunkenen. Er habe gespürt, dass er an diesen Ort kommen musste, sagte Papst Franziskus damals in seiner Predigt.

 

Die Frage, die Gott Kain nach dem Mord an seinem Bruder Abel gestellt habe - "Wo ist dein Bruder? Sein Blut schreit bis zu mir" - sei "keine Frage, die an andere gerichtet ist: Es ist eine Frage, die an mich, an dich, an jeden von uns gerichtet ist", hatte Franziskus in seiner Predigt von Lampedusa gesagt. "Diese Brüder und Schwestern von uns versuchten, schwierigen Situationen zu entkommen, um ein wenig Sicherheit und Frieden zu finden; sie suchten einen besseren Ort für sich und ihre Familien, doch sie fanden den Tod. Die dies suchen - wie oft finden sie kein Verständnis, finden keine Aufnahme und Solidarität, doch ihre Stimmen dringen bis zu Gott. Aber noch einmal danke ich euch, den Einwohnern von Lampedusa, für eure Solidarität", hatte es in der Predigt geheißen.