Papst Franziskus hat mehr Schutz für verfolgte Christen gefordert. Oft fehlten die "nötigen Bemühungen derer, die dafür sorgen könnten, dass ihre legitimen Rechte geachtet werden", sagte er in einer Messe zum römischen Patronatsfest "Peter und Paul" am Donnerstag, 29. Juni 2017 auf dem Petersplatz. Auch heute würden in verschiedenen Teilen der Welt Christen "ausgegrenzt, verleumdet, diskriminiert, zum Ziel von mitunter tödlichen Gewaltakten". Er kritisierte, dass darüber oft ein "mitschuldiges Schweigen" herrsche.
Das Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus ist das Fest der Kirche von Rom. Der Überlieferung nach starben die beiden Verkünder als Märtyrer während der Christenverfolgung Kaiser Neros zwischen dem Jahr 64 und dem Jahr 67 in Rom als Märtyrer, und sie sind Schutzheilige der Stadt.
Franziskus nannte das Gebet als Mittel, sämtliche Prüfungen zu meistern. "Das Gebet ist die Kraft, die uns vereint und aufrichtet; das Heilmittel gegen die Isolierung und die Selbstgenügsamkeit, die zum geistlichen Tod führen", so der Papst. Alle Christen und besonders die Priester mahnte er, keine "Wohnzimmerchristen" zu sein, "die darüber schwatzen, wie die Dinge in der Kirche und in der Welt laufen". Es gelte, als "Apostel auf dem Weg" den Glauben zu leben und Jesus bis zum Äußersten zu folgen.
Franziskus ging zudem kurz auf den Wunsch nach Einheit unter den Christen ein. Der Herr verlange "sehnlich" danach, sagte er in seinen Grüßen an eine ranghohe orthodoxe Delegation, die traditionell an den Feierlichkeiten teilnimmt. Angeführt wird die Delegation von dem aus Kanada stammenden Erzbischof Job Getcha. Dieser ist Ko-Präsident der offiziellen Dialogkommission zwischen katholischer und orthodoxer Kirche und vertritt den Ökumenischen Patriarchen beim Weltkirchenrat in Genf.
Während des Gottesdienstes segnete der Papst die sogenannten Pallien, schmale weiße Stolen, die den im vergangenen Jahr ernannten Leitern katholischer Erzdiözesen als Zeichen ihrer Würde verliehen werden. Die aus weißer Lammwolle gewebten und mit schwarzen Kreuzen bestickten Stoffstreifen symbolisieren das Lamm, das der "gute Hirt" auf den Schultern trägt. Sie stehen zugleich für die besondere Verbindung der Erzbischöfe mit Rom.
Gemäß einer bereits vor zwei Jahren verfügten Änderung des Zeremoniells überreicht der Papst die Pallien nicht mehr persönlich, sondern segnet sie und lässt sie den Betreffenden durch den Vatikanbotschafter des jeweiligen Landes zukommen.
Aus dem deutschsprachigen Raum gab es in diesem Jahr keinen Anwärter. Hingegen kam eine Dreierdelegation aus Polen zur Messe mit dem Papst. Sie bestand aus den neu ernannten Erzbischöfen Jozef Gorzynski (Olsztyn), Tadeusz Wojda (Bialystok) und Marek Jedraszewski (Krakau).