"Ich sah die Bibel nicht, ich träumte sie". Dieses Wort des Künstlers Marc Chagall werde besonders schön sichtbar in seinen fünf großformatigen Gemälden zum Hohelied, sagt P. Thomas Brogl, Provinzial der süddeutschen-österreichischen Dominikanerprovinz. Im mittelalterlichen Kreuzgang des Wiener Dominikanerklosters sollen am Freitag, 30. Juni 2017, diese Bilder lebendig werden. Was erwartet die Gäste: Zwischen der Vorstellung und der spirituellen Auslegung der einzelnen Bilder wird Musik gespielt, die die Pianistin Megumi Otsuka extra für diesen Abend komponiert hat. Zwei Tänzer stellen das Geschehen der Bilder und des Textes im Tanz dar.
P. Thomas findet faszinierend, wie vielschichtig die Bilder sind: "Sie haben sehr verschiedene Bedeutungsebenen und erschließen sich immer wieder neu. Da ist die Liebe als erotisches Geschehen zwischen Mann und Frau. Auf einem der Bilder sind die Brüste und der Schoß der Frau der Bilduntergrund, der das ganze Bild gliedert. Diese Liebe ist auch die Kraft, die Gott und die Menschen - den Einzelnen und das ganze Volk - magisch anzieht.“ Und der Dominikanerprovinzial macht noch auf ein kleines Detail aufmerksam: "Zum Beispiel ist auf den Bildern der Thron Gottes verlassen, weil Gott sich, in Liebe entbrannt, auf den Weg zum Menschen gemacht hat. Ein sehr schönes Bild dafür, was Liebe ist - und wer Gott ist."