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23.06.2017

Die vernünftigste Antwort auf den Terror

Dem, der Böses tut, keinen Widerstand leisten? Ist das vernünftig?

 

 

Als am Montag ein Brite seinen Kleinbus in die Menge vor einer Londoner Moschee gesteuert hatte, hat  Mohammed Mahmoud, der Imam dieser Moschee, den Attentäter vor der wütenden Menge gerettet. „Fasst ihn nicht an“, soll er den Leuten zugerufen haben, die den Autolenker lynchen wollten.

 

Am selben Tag war in allen katholischen Messen der Welt als Evangelium jene Stelle der Bergpredigt dran, wo Jesus sagt: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“


Mohammed Mahmoud war an diesem Tag ein Jünger der Bergpredigt. Er hat den Kreislauf der Gewalt gestoppt. Nicht so der 47-jährige Autolenker, dem es darum ging, Moslems zu töten, vielleicht als Vergeltung für die islamistischen Attentate der vergangenen Wochen.


Dem, der Böses tut, keinen Widerstand leisten? Ist das vernünftig?


Ich denke, dass Christus hier keine politische Strategie verkündet hat, sondern eine persönliche, innere Haltung. Und die ist, wie alles, was von Gott kommt, auch vernünftig. Johannes Paul II. hat einmal gesagt, dass wir uns einer bösen Welt mit Freundlichkeit und Sanftmut entgegenstellen müssen.

 

Also doch entgegenstellen – aber eben nicht mit Hass, Verachtung und Pauschalverdächtigungen, sondern mit Freundlichkeit und Sanftmut. Denn die Radikalen kann man mit Polizei und Geheimdienst eine Zeit lang aufhalten, überwältigen können wir sie aber nur, wenn wir Gottes Gnade in die Welt einströmen lassen.


Barmherzig sein, Lieben, Verzeihen, Beten, Anbeten: Wenn wir wirklich glauben, dass Gott mit uns ist, scheint mir das für uns die vernünftigste Art zu sein, auf den Terror zu antworten.