Papst Franziskus hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Audienz empfangen. Der Papst habe sie ermutigt, für internationale Abkommen wie das Pariser Klimaschutz-Abkommen zu kämpfen, sagte Merkel am Samstag, 17. Juni 2017 im Anschluss an die knapp 40-minütige Unterredung mit dem Papst vor Journalisten im Vatikan. Zudem habe er die Agenda der deutschen G20-Präsidentschaft begrüßt, "die davon ausgeht, dass wir eine Welt sind, in der wir multilateral zusammenarbeiten wollen, eine Welt in der wir keine Mauern aufbauen wollen, sondern Mauern einreißen wollen, und in der alle gewinnen sollen", so die Bundeskanzlerin.
"Insgesamt war es für mich ein sehr ermutigendes Gespräch, den Weg der Gemeinsamkeit trotz aller Herausforderungen weiter zu gehen und Schritt für Schritt auch Erfolge für die gesamte Weltgemeinschaft zu erzielen", meinte Merkel nach der Begegnung in der päpstlichen Privatbibliothek.
Der Vatikan teilte nach dem Treffen mit, Merkel und der Papst hätten über den bevorstehenden G20-Gipfel gesprochen sowie über "die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft Armut, Hunger, Terrorismus und Klimawandel entgegenzuwirken". Vom 7. bis 8. Juli treffen sich in Hamburg die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Hamburg.
In der Unterredung brachte Franziskus auch seine Anteilnahme am Tod von Helmut Kohl zum Ausdruck und würdigte ihn als großen Staatsmann, wie Merkel und der Vatikan mitteilten.
Merkel schenkte dem Papst eine CD-Box mit Werken Beethovens dirigiert von Wilhelm Furtwängler sowie argentinische Süßigkeiten. Franziskus schenkte dem deutschen Gast Ausgaben seiner Umweltenzyklika "Laudato si" sowie seiner Schreiben "Amoris laetitia" und "Lumen fidei". Außerdem überreichte er ihr einen kleinen bronzenen Olivenzweig als Symbol für den Frieden.
Es war Merkels vierte Privataudienz bei Papst Franziskus und ihre sechste Begegnung mit ihm. Nur die einstige argentinische Präsidentin Cristina Kirchner kam noch öfter zum Papst. Zuletzt waren Merkel und Franziskus aus Anlass der Karlspreisverleihung im Mai 2016 im Vatikan zusammengetroffen. Ferner gab es noch zwei kurze Begegnungen: bei der Amtseinführung von Franziskus im März 2013 sowie vor knapp drei Monaten beim EU-Jubiläumsgipfel in Rom.
Nach der Audienz beim Papst führte Merkel m Vatikan ein Gespräch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Zu Mittag fand in der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl eine Begegnung mit den beim Vatikan akkreditierten Botschaftern der G20-Staaten statt.
Die deutsche Regierungschefin war am Freitagnachmittag nach Rom gereist. Den ursprünglich geplanten Besuch einer Sonderausstellung im Vatikan über die Menorah, den siebenarmigen jüdischen Leuchter, verschob Merkel kurzfristig, nachdem sie die Nachricht vom Tod Helmut Kohls erhalten hatte. Nach den Gesprächen mit Franziskus und dem Kardinalstaatssekretär holte sie den Besuch der Ausstellung am Samstagmittag nach