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08.06.2017

Weil jedes Leben zählt!

Im Mittelpunkt der „Woche für das Leben“ stehen Menschen und ihre Lebenssituationen

Im Mittelpunkt der „Woche für das Leben" stehen Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen: insbesondere Familien (besonders mit kleinen Kindern), schwangere Frauen, Kleinkinder, aber auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen und alte Menschen.


Ziel dieser Initiative der Katholischen Kirche ist es, das Leben zu feiern, dankbar zu sein und darauf hinzuweisen, dass jedes Leben kostbar und wertvoll vor Gott ist. Und zwar vom Anfang bis zum Ende.


Begründet wurde die „Woche für das Leben“ von den österreichischen katholischen Erzbischöfen und Bischöfen im Jahr 2010 mit einem Hirtenbrief und folgender Botschaft: „Wir wenden uns an alle Familien mit Kindern, an die Ehepaare wie die alleinerziehenden Elternteile, an die werdenden Mütter und Väter, die Eltern und die Betreuer von Kindern mit Behinderung und an alle, die sich eine glückliche Familie wünschen und vielleicht Angst vor dem Schritt in diese Lebensform empfinden: Haben Sie Mut! Liebe, Familie, viele Kinder – das sind nicht veraltete Konzepte, sondern ganz aktuelle Antworten auf viele Fragen und Probleme unserer Zeit.“

 

Frauen brauchen Beratung

Wie wichtig diesbezüglich eine verständnisvolle und kompetente Beratung ist, weiß Christine Kautnik. Sie ist seit 22 Jahren Sozialarbeiterin für den Hilfsverein „Aktion Leben“ und berät schwangere Frauen:  „Wir machen die Erfahrung, dass vor allem die Schwangerschaft eine sehr sensible Periode ist.

 

Wenn Frauen, die sich in schwierigen familiären oder finanziellen Ausgangslagen befinden, von einer Schwangerschaft überrascht werden, stürzen sie mitunter in eine tiefe Krise. Dann haben sie oft das Gefühl der Überforderung.

 

Manche Ärzte geben dann sehr schnell die Adresse für einen Schwangerschaftsabbruch weiter. Aber die wenigsten eine Adresse für Beratung. Doch gerade Beratung ist existenziell wichtig. Denn wir machen täglich die Erfahrung, dass wir Wege aufzeigen können und auch sonst sehr viel bewegen können“.


Christine Kautnik ist eine von fünf Beraterinnen beim unabhängigen Verein „Aktion Leben“, der alleine im vergangenen Jahr über 5.000 Beratungsgespräche durchgeführt hat. Darauf ist Generalsekretärin Martina Kronthaler sehr stolz: „Wir unterstützen finanziell und begleiten auch inhaltlich durch Rat und Tat. Wir versuchen, mit den Frauen Perspektiven zu entwickeln, und nehmen uns für jede Frau und jede Familie in Ruhe Zeit. Viele Frauen kommen alle zwei Wochen zu uns und es entwickelt sich ein intensives Vertrauensverhältnis. Unser Ziel ist es, die Frauen ganzheitlich zu sehen, in ihrer jeweiligen ganz speziellen Lebenssituation.“


Martina Kronthaler ist sich im Klaren, dass es für Frauen in Notsituationen Überwindung benötigt, um sich jemandem anzuvertrauen: „Ich kann versichern, dass wir für die Frauen da sind und niemanden in eine Richtung drängen. Und es ist ein Zeichen von Selbstbewusstsein und Stärke, sich Unterstützung zu holen.“


Und ein ganzer Stapel an Dankesbriefen im Büro von Sozialarbeiterin Christine Kautnik beweist, dass sehr viele Frauen diese Stärke aufbringen und sich aktiv Hilfe durch Beratung bei der „Aktion Leben“, der „St. Elisabeth-Stiftung“ und weiteren Institutionen suchen.

 

In vielen Fällen gelingt es, Leben zu verbessern oder überhaupt erst zu ermöglichen: „Mir fällt zum Beispiel eine junge Frau ein, die vor ein paar Jahren ungewollt schwanger geworden ist. Zwei Monate vorher hat sie ihren Job verloren und es war zudem klar, dass der Kindsvater nie für sein Kind da sein würde. Da sie selbst bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen war und diese mit der Situation vollkommen überfordert war, konnte sich auch die junge Frau nicht vorstellen, die Situation alleine meistern zu können. Sie war sogar schon im Ambulatorium um abzutreiben, entschied sich aber in letzter Sekunde dagegen und suchte bei uns Hilfe.“


Letztendlich hat die Frau ihr Kind bekommen und wurde auch nach der Geburt jahrelang von der „Aktion Leben“ weiter unterstützt und beraten.

 

Kautnik: „Es muss einem bewusst sein, dass sich die Lebensumstände nicht von einem Tag auf den anderen ändern lassen. Gerade deshalb müssen die Sorgen von Frauen sehr ernst genommen werden. Wir haben die Frau auf finanzielle Art und Weise und durch Rat und Tat unterstützt, bis das Kind zwei Jahre alt war.

 

Und irgendwann in einem Beratungsgespräch hat sie mir gesagt, wie unglaublich glücklich sie ist, dass sie nicht abgetrieben hat.“ Das sind die Momente, in denen Christine Kautnik erkennt, wie wichtig persönliches Engagement ist, wenn es darum geht, Leben zu behüten und Frauen zu helfen.


Martina Kronthaler bringt es auf den Punkt: „Das Thema Lebensschutz benötigt eine klare Haltung. Es ist wichtig, dass man hilft, das Leben zu entfalten. Dabei gilt das Motto: ‚Mensch von Anfang an – Mensch ein Leben lang.‘ Und eines ist klar: Das Leben beginnt bereits mit der Empfängnis.“

 

Und Martina Kronthaler sagt abschließend: "Aktion Leben ist auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns, wenn uns Menschen finanziell unterstützen. Unser Kontonummer lautet: AT64 3400 0000 0723 6771. Die Spenden sind steuerlich absetzbar."

 

Beratungsangebote für Frauen und Familien

Die wichtigsten Beratungsangebote (Telefonisch oder Vor-Ort-Beratung) für:

  • schwangere Frauen im Schwangerschaftskonflikt
  • Männer, die vom Schwangerschaftskonflikt betroffen sind
  • Frauen und Männer, die von der Abtreibung eines Kindes betroffen sind
  • bei unerfülltem Kinderwunsch
  • bei Verlust eines Babys
  • bei Schwangerschaft mit einem wahrscheinlich behinderten Kind