Am Neujahrstag 1901 weihte Papst Leo XIII. das 20. Jahrhundert dem Heiligen Geist. Bald darauf erlebten verschiedene christliche Gruppen ein „neues Pfingsten“, in der Katholischen Kirche hielt die Charismatische Erneuerung (CE) 1967 Einzug und breitete sich von den USA nach Mittel- und Südamerika und nach Europa aus.
Anfang der 1970er Jahre erreichte die Strömung Österreich, woraufhin neue geistliche Gemeinschaften und Gruppen (Gemeinschaft der Seligpreisungen, Johannesbrüder u.a.) entstanden.
Das griechische Wort „charisma“ bedeutet „Gnadengabe, Geschenk“. Die CE bezieht das zum einen auf persönliche Gaben des Heiligen Geistes wie prophetisch reden, in neuen Sprachen beten oder heilen (Vgl. 1 Kor 12-14, Röm 12). Mit diesen und anderen Gaben möchte die CE zur Erneuerung von Kirche und Gesellschaft beitragen.
Das Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes, den „frischen Wind“ und die ökumenische Offenheit schätzt der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky – er ist für neue religiöse Bewegungen zuständig – an der CE. Sie sei eine Bereicherung für die Kirche, sagt er gegenüber „Kathpress“, es sei aber notwendig, dass alle neuen Bewegungen mit der Ortskirche verbunden sind.
Ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert die katholische CE zu Pfingsten in Rom. Papst Franziskus wird mit der CE einen Gottesdienst (2. Juni) und eine ökumenische Gebetsvigil (3. Juni) im Circus Maximus, sowie eine Messe auf dem Petersplatz (Pfingstsonntag) feiern. Erwartet werden mehr als 40.000 TeilnehmerInnen, auch Kardinal Christoph Schönborn wird dabei sein.
Insgesamt gehören etwa 120 Millionen Menschen der CE an, v.a. in Lateinamerika, auf den Philippinen und in Afrika.