
Spontan in den Sinn kommt mir: Einsicht in Zusammenhänge, nicht nur Erkenntnis, sondern darüber hinaus Lebens- und Existenzform, Reflexion menschlicher Erfahrungen, auch in ihren Aporien und Widersprüchen, Ernst nehmen der ganzen Wirklichkeit.
Biblische Weisheit hat viele Akzente. Weise ist die „Erkenntnis“ des Heilsplanes Gottes (vgl. Kol 1,26); eines Planes, der in seinem Sohn Jesus Christus kulminiert, in dem alle Schätze der Weisheit verborgen sind (vgl. Kol 2,3).
Unerforschlich ist dieser Heilsplan, denn in seiner Mitte steht der Gekreuzigte, und damit wohl der schärfste Gegensatz zur menschlichen Weisheit. In diesem Sinne ist Weisheit keine vom Menschen hergestellte Erkenntnis, sondern Geschenk Gottes, auf das wir mit unserem Glauben antworten. Dieser Glaube bestimmt unsere Grundüberzeugungen und Handlungsmaximen. Er deutet die Zeichen der Zeit im Lichte des Evangeliums.
Im Bereich Schule und Bildung heißt das, mit Optimismus das Abenteuer wagen, aufbrechen, dem Evangelium heute, auch an fremden, ungewohnten, vielleicht verstörenden Orten, Raum geben.
Ich bin überzeugt, dass Glaube und Vernunft einander letztlich nicht widersprechen; denn wer glaubt, weiß das Entscheidende. Glaubende sind weise Menschen, die ihr Haus auf einem Felsen bauen, nicht auf Sand (vgl. Mt 7,24-27).