Papst Franziskus hat die Priester aufgefordert, ihren Dienst mit Freude zu versehen. Wie Jesus müssten auch sie die Frohe Botschaft, die sie zu verkünden hätten, mit ihrer gesamten Person zum Ausdruck bringen, sagte er am Gründonnerstag-Vormittag, 13. April 2017 im Petersdom vor Priestern der Diözese Rom. Untrennbar zur Freude gehörten im Wirken des Priesters auch Wahrheit und Barmherzigkeit, sagte Franziskus: "Niemand möge versuchen, diese drei Gnaden des Evangeliums voneinander zu trennen: seine Wahrheit - nicht verhandelbar -, seine Barmherzigkeit - vorbehaltlos für alle Sünder - und seine Freude - tief und einschließend."
Wie der Papst in der traditionellen Chrisam-Messe, in der die heiligen Öle für die Sakramente geweiht werden, betonte, dürfe die christliche Botschaft der Freude nicht nur eine jener abstrakten Wahrheiten bleiben, die nicht vollständig gelebt würden, "weil sie sich als gedruckter Buchstabe in Büchern angenehmer anfühlen". Ebensowenig dürfe sie "neutral" bleiben, so. Die Barmherzigkeit dieser Botschaft dürfe den Sünder nicht in seinem Elend zurücklassen, sondern müsse ihm die Hand reichen. Die Verkündigung müsse ihm beim Aufstehen helfen und ihn in seinem Bemühen begleiten, einen Schritt vorwärts zu tun, erklärte Franziskus.
Von Jesus müssten die Priester lernen, jenen ihre freudige Botschaft zu verkünden, die arm seien. Das könne nur mit Respekt und Demut erfolgen. Die Verkündigung könne "nicht selbstgerecht und eingebildet sein", betonte der Papst.
Die Freude ist ein zentrales theologisches Thema von Franziskus. Sein erstes Schreiben Schreiben nach seinem Amtsantritt 2013 trägt den programmatischen Titel "Evangelii Gaudium" (Die Freude die Evangeliums).
Am Nachmittag fährt der Papst in die 60 Kilometer von Rom entfernte Kleinstadt Paliano und feiert mit den Häftlingen der dortigen Justizanstalt die Abendmahlmesse. Dabei wäscht er zwölf Häftlingen die Füße. Bereits 2013 und 2015 wusch Franziskus Häftlingen die Füße. Im vergangenen Jahr hatte er das Ritual an Flüchtlingen vollzogen. Häftlinge liegen Franziskus besonders am Herzen. Er besucht regelmäßig Gefängnisse und tritt für eine Abschaffung der lebenslänglichen Haftstrafe ein.
Ob der Papst in Paliano auch Frauen die Füße wäscht, wurde nicht bekanntgegeben. Franziskus hatte vor mehreren Monaten das Ritual der Fußwaschung während der Abendmahlsmesse auch an Frauen offiziell zugelassen. Bereits in den vergangen Jahren hatte er sie sowohl bei Männern und Frauen vollzogen - und damit in konservativen katholischen Kreisen Unmut ausgelöst.
Das Ritual erinnert an die Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern am Abend vor seiner Kreuzigung. Die symbolische Handlung ist ein Zeichen der Demut und des gegenseitigen Dienens. Die Päpste vor Franziskus hatten jeweils zwölf Priester für den liturgischen Akt bestimmt und diesen rituell die Füße gewaschen.